09.08.2018
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Das Tourismusbarometer steigt

Der aktuelle Deloitte-Tourismusbarometer in Zusammenarbeit mit dem ÖHV bescheinigt zwar eine gute Grundstimmung unter den Hoteliers, dennoch drückt der anhaltende Fachkräftemangel merklich auf die Branchenstimmung.

Bezirk  | Das aktuelle Stimmungsbild gibt die Studie regelmäßig mit dem „Tourismusindex“ wieder. In den Index fließen Faktoren, wie Lage und Entwicklungschancen des Tourismus in Österreich, regulatorische Rahmenbedingungen sowie individuelle Sichtweisen der jeweiligen Unternehmen hinein.  Das Ergebnis wird dann in einem Wert nach dem Schulnotensystem ausgedrückt. Für heuer wird der Tourismusindex mit 2,83 beziffert. Damit geht der Trend nach oben, der Wert betrug im Vorjahr nämlich noch 2,99.

„Der Wirtschaftsmotor brummt und das spürt auch der heimische Tourismus. Die Wintersaison 2017/2018 lief sehr gut und die Aussichten auf den Sommer stimmen optimistisch. Nichtsdestotrotz hatten die Tourismusunternehmer wieder mit einigen Hürden zu kämpfen. Allen voran ist hier der akute Fachkräftemangel zu nennen“, heißt es dazu im Tourismusbarometer. Bereits im Vorjahr vergaben die Touristiker für die Mitarbeitersituation eine eher unterdurchschnittliche Benotung von 3,68.  Heuer wurde dieser Wert noch unterboten und liegt bei 3,78. Aktuell suchen drei Viertel der Unternehmen noch Mitarbeiter. Die Kärntner sind von der Situation am meisten geplagt, Tirol folgt gleich mit 65 Prozent all jener, für die die Mitarbeitersuche schwieriger geworden ist.

Das hat sogar sehr konkrete Auswirkungen auf die Betriebe gehabt, wie die Studie attestiert: „Nahezu ein Drittel der befragten Betriebe musste sein Angebot aufgrund von unbesetzten Stellen kürzen.“ Einerseits äußerte sich das in verkürzten Öffnungszeiten, bei elf Prozent der Betriebe sogar in „qualitativen Abstrichen“.

Entlohnung und Digitalisierung

Die Auswertung des Tourismusbarometers ergab: „Nur neun Prozent der befragten touristischen Arbeitgeber entlohnen insbesondere Hilfskräfte nach Kollektivvertrag. Die große Mehrheit bezahlt ihren Mitarbeitern mehr als den Mindestlohn.“ 43 Prozent der Befragten gaben an, sogar mehr als zehn Prozent über Kollektiv zu bezahlen. Gleichzeitig werden Mitarbeiter verstärkt mit Extras, wie Weiterbildungsangeboten, Vergünstigungen oder auch Kinderbetreuungsangeboten gelockt.

Der aktuelle Tourismusbarometer konstatiert zum Thema Arbeitskräfte einen weiteren Trend. „Der digitale Wandel ist im Tourismus angekommen.“ 32 Prozent der Touristiker setzen bereits auf Digitalisierung von Prozessen, um den bestehenden Fachkräftemangel zumindest etwas auszugleichen.  „Je nach Betrieb wird angegeben, zwischen einem und 30 Arbeitsplätzen kompensieren zu können“, heißt es dazu. Die Lösungen, die hier in den Hotels Einzug halten, klingen wie Zukunftsmusik, sind aber technisch gesehen schon lange  Realität: Neben dem bewährten Self-Check-in an der Rezeption sind das Chatbots, die den Erstkontakt mit Gästen übernehmen oder auch digitale Helferlein, wie „Alexa“ oder „Siri“, die auf den Zimmern zum Einsatz kommen.

Der Großteil der geplanten Digitalisierungsprojekte betrifft den Bereich Rezeption  (77 Prozent), während Service und Küche klarerweise fest in „Menschenhand“ bleiben. Technische Unterstützung macht aber auch in den Bereichen Buchhaltung oder Reservierungsmanagement Sinn.

Dennoch ist auch das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, um der Fachkräftethematik Herr zu werden. Eine Abhilfe erwarten sich die Betriebe von gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Elisabeth Galehr

Bild: Gute Stimmung, doch starker Fachkräftemangel im Tourismus. Symbolfoto: WKO

 
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