27.03.2020
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Das Radl muss im Keller bleiben

Durch das geänderte Freizeitverhalten werden auch die Rettungseinsätze weniger. In der vorangegangenen Woche sanken diese um ein Drittel. Von Trainingsfahrten mit dem Rad oder Mountainbike raten Vizekanzler Werner Kogler und ÖRV-Präsident Harald J. Mayer ab.

Bezirk | Die Bevölkerung in Tirol hält sich an die Ausgangsbeschränkungen, das zeigt auch der Rückgang der Rettungseinsätze, die sich um ein Drittel reduzierte. Zwischen dem 13. und 20. März gingen tirolweit die Einsätze von 1.147 auf 717 zurück, wie die Leitstelle Tirol verzeichnete. Die Fahrten in Zusammenhang mit dem Coronavirus wurden dabei berücksichtigt.
Dieser Rückgang ist auch wichtig, damit die Krankenhäuser einen Spielraum bekommen, um einer Überlastung entgegenzuwirken. Damit werden für mögliche Einsätze im Zusammenhang mit dem Coronavirus wieder mehr Ressourcen frei und die Einsatzkräfte können darauf ihren Fokus legen.
Zurückzuführen ist die geringere Zahl an Rettungseinsätzen auf das geänderte Freizeitverhalten der Bevölkerung, wie Landeshauptmann Günther Platter festhält. „Uns ist bewusst, dass wir von Ihnen einiges abverlangen. Wir können nur gemeinsam etwas bewirken“, zeigt sich Platter dankbar und ermutigt die Tiroler Bevölkerung, „auch weiterhin geschlossen die Einschränkungen auf sich zu nehmen und damit den bestmöglichen Einsatz im Kampf zur Verminderung der Ausbreitung des Coronavirus mitzutragen.“

Keine Radtouren und -trainingsfahrten
Grundsätzlich sind mit der Quarantäneverordnung sämtliche sportlichen Aktivitäten in freier Natur untersagt und auch Sportplätze geschlossen.
Gemeinsam mit dem Präsidenten des Österreichischen Radsport-Verbandes, Harald J. Mayer appellierte Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler an die Bevölkerung, auf Rad- und Mountainbiketouren sowie auch Trainingsfahrten zu verzichten und appelliert an die Eigenverantwortung der Bevölkerung.
Das gleiche gilt auch für Skitouren, die derzeit nicht erlaubt sind. Das Credo der Stunde lautet „Unfälle vermeiden, wo es nur möglich ist, um die Kapazitäten der Rettungskräfte und Krankenhäuser hoch zu halten“.

Foto: Das Rad muss auch weiterhin an der Stange hängen. Radtouren sind wie Skitouren untersagt. Foto: Pöll

Aus meiner Sicht - Stillhalten und Ruhe finden
Das triste Braun des Winters auf den Wiesen verwandelt sich zusehends immer mehr in ein sattes Grün, die ersten Krokusse und Gänseblümchen sorgen für Farbtupfer auf den Feldern. Es ist Frühling. Die wärmenden Strahlen der Märzsonne lassen die letzten Schneefelder im Tal schmelzen und wecken in uns den Bewegungsdrang. Nichts wie raus in die Natur – ob zu Fuß mit ausgiebigen Wandertouren und Laufrunden oder mit dem Fahrrad. Einradeln wäre angesagt – die ersten Touren mit dem Mountainbike oder Rennrad stünden an. Doch jetzt muss die Vernunft siegen und die sportliche Betätigung hinten angestellt werden. Einerseits verbieten die Quarantäneverordnungen diese Aktivitäten und anderseits wollen wir uns und unser Umfeld vor einer möglichen Ansteckung schützen.
Man kann aber die Natur auch im eigenen Garten oder am Balkon genießen. Ein genauer Blick in den Rasen öffnet einem eine Vielfalt der Natur. Die ersten Frühlingsboten im Garten werden schon von Insekten aufgesucht, Hummeln bauen sich ihr Heim im Boden und so mancher Nager hinterlässt auch seine Spuren. Aber nicht nur der Blick in den Boden lohnt sich, auch am Himmel gibt es viel zu sehen. Luftkämpfe zwischen Falken und Krähen oder in unseren Breiten seltene Gäste wie der Rote Milan schweben in unserem Himmel. Dagegen sieht man eins nicht mehr: die Kondensstreifen der Flieger sind verschwunden.
Man kann die Natur auch ohne sportliche Betätigung genießen und dabei Kraft schöpfen und die Seele baumeln lassen – oft kommen genau dabei die besten Ideen. Und wenn jemand dem Bewegungstrieb nicht nachgeben kann, einfach den Ergometer auf den Balkon stellen und in der frischen Luft losradeln. Elisabeth M. Pöll poell@kitzanzeiger.atElisabeth M. Pöll

 
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