09.06.2016
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Das Kitzbüheler Horn – unser Heiliger Berg

Als Geokulturlebensraumgestalter und Geomant bezeichne ich mich nicht als Umweltaktivist. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich ökonomisch denke. Ich liebe unsere Heimat, Kitzbühel und ihre Menschen. Was nun aber zwischen der Stadt Kitzbühel und der Bergbahn AG entschieden worden ist, finde ich gefährlich und stelle die Maßnahmen zur sanften Beschneiung am Kitzbüheler Horn aufs Vehementeste in Frage. Wir sind es uns und unseren nachkommenden Generationen schuldig,  die Ökologie sowie Hydrologie unserer Bergheimat zu erhalten – besonders am Kitzbüheler Horn. Diese jüngste Entscheidung war und ist zu kurzfristig gedacht. Ich finde, es ist allerhöchste Zeit die Initiative zu ergreifen und den Blickwinkel zu erweitern.

Ein einzigartiger Berg

Als Geokultur-Experte betrachte ich das Kitzbüheler Horn aus geomantischer Sicht und erkenne eine männliche und weibliche Polarität. Die Form des Berges, das pyramidenförmige Horn, ist männlich. Die Tratttalmmulde mit ihrem auffangenden Becken sowie das Raintal spiegeln deutlich das Weibliche wider. Wer also bewusst vom Horn-Gipfel zur Trattalmmulde wandert, spürt die Vereinigung dieser beiden Energien. Das Kitzbüheler und St. Johanner Quellwasser werden vom Trattalmmulde-Becken ausgehend bis hinüber zur „Wiener Stadt“ aufgefangen, über die Karstlöcher durch den Berg gefiltert und dort gespeichert. Am Fuße des Horns kommen die Quellen zutage, die uns mit frischem und gesundem Wasser versorgen.

Besonders die Landschaft um die „Wiener Stadt“ ist ein Kraftplatz von höchster Güte. Die Grundschwingung ist hier sehr weiblich. Mit großer Sorgfalt haben einst die Erbauer der Almen in der Trattalmmulde dieses Fleckchen ausgesucht. Vor Jahrhunderten hatten die Menschen noch mehr Gespür für Orte mit besonderen Kräften.

Die Rettung des Kitzbüheler Horns

Die sehr erfolgreiche Bergbahn AG Kitzbühel sowie die Mehrheit des Gemeinderates sind sich nun einig, dass das Kitzbüheler Horn mit sanfter Beschneiung und einer neuen Gondelbahn gerettet werden muss. Diese „Rettung“ sehe ich jedoch perspektivenverschoben, denn gerettet werden sicherlich nicht der Berg, die Flora und Fauna oder die Quellen des Kitzbüheler Horns.

Carmen de Jong, Hydrologin an der Université Savoie Mont Blanc, erforscht die Auswirkungen der Schneekanonen auf die Wasserkreisläufe in den Bergen. Ich möchte sie zitieren: „Die Leitungen der Schneekanonen verändern die Drainage auf dem Berg und beschleunigen damit den unterirdischen Abfluss. Die Berghänge sollten die Wassermenge aufnehmen, aber durch das intensivere Befahren mit den mehreren Tonnen schweren Pistenraupen wird die Bodenverdichtung viel intensiver. Der Boden wirkt nicht mehr als Puffer. Es entwickelt sich kein Bodenleben mehr, die Vegetation beginnt viel später. Durch den enormen Wasserverbrauch drohen im Winter ganze Regionen auszutrocknen. Der Colibakteriengehalt erhöht sich drastisch in den Gebirgsbächen.“

Auch Hubert Weiger, Chef des Bundes Naturschutz in Bayern, bestätigt meine Sorgen: „Wer in Zeiten fortschreitender Erderwärmung heute noch in Schneekanonen und neue Lifte investiert, ruiniert die empfindliche Flora und Fauna der Berge, heizt den Klimawandel weiter an und versündigt sich an kommenden Generationen.“
Ich bedaure, dass wir immer nur auf Wachstum setzen. Wir sehnen uns nach besseren Straßen, Liften und optimierten Erschließungen und ignorieren dabei unsere Bergheimat. Geben wir uns doch selbst die Chance und erhalten unser Kitzbüheler Horn als weniger touristisch genützten Berg, dafür mit beispielweise erweitertem Kräutergarten im Sommer und Naturschnee im Winter. Parallel dazu könnten wir einen neuen, naturnahen Weg entwickeln. Mit diesen sanften Methoden retten wir das Kitzbüheler Horn sicher besser und nachhaltiger, als mit Schneekanonen und neuen Liftanlagen.“

Beteiligen Sie sich an der „Aktionsgemeinschaft für ein naturbelassenes Kitzbüheler Horn“. Melden Sie sich telefonisch bei mir, Harald Kunstowny, Tel. +43 676/7677888.
Harald Kunstowny
Kitzbühel

 
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