11.04.2020
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Bundesheer hält die Stellung

Trotz Corona geht in den militärischen Einrichtungen im Bezirk alles seinen Gang. In der Kaserne St. Johann sind zusätzlich Einsatzsoldaten aus Niederösterreich stationiert.

St. Johann, Hochfilzen | Als einer der wenigen Bezirke in Tirol verfügt Kitzbühel gleich über drei militärische Einrichtungen – zum einen die Wintersteller-Kaserne sowie die getrennt geführte Heeresversorgungsanstalt in St. Johann, die dem Tiroler Militärkommando unterstellt sind. Zum anderen der Truppenübungsplatz in Hochfilzen, der zwar noch in Tirol liegt, jedoch dem Salzburger Militärkommando zugeteilt ist.
Auch jetzt in Zeiten von Corona sind alle drei Einrichtungen voll betriebsbereit – selbstverständlich unter Einhaltung aller Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Krise, wie der Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Oberst Frank Nalter betont. Im Heereslogistikzentrum laufe der militärische Betrieb normal weiter, allerdings wird hier derzeit in Schichten und vor allem bei jenen, denen es möglich ist, im „Home-Office“ gearbeitet.
Rund 80 Personen arbeiten in der benachbarten Wintersteller-Kaserne als Kaderpersonal. „Eine Kaserne ist ein sicherer Hafen“, betont Oberst Gerhard Pfeifer, der stellvertretende Militärkommandant von Tirol. Der Kirchberger war selber Garnisonskommandant, die St. Johanner Kaserne kennt er daher in- und auswendig. „In die Kaserne sind derzeit zusätzlich Einsatzsoldaten aus Niederösterreich verlegt worden“, informiert Pfeifer. Sie unterstützen Polizei und Gesundheitsbehörde bei den Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland. Auch Rekruten sind nach wie vor in St. Johann stationiert.

Kaserne ist nicht als Notspital vorgesehen
Eine mögliche Umwandlung der Kasernengebäude in ein Notspital ist übrigens nicht geplant, stellt Oberst Nalter klar.
Am Truppenübungsplatz in Hochfilzen sind im Normalfall rund 220 Personen beschäftigt, davon sind rund 90 Rekruten sowie ein Drittel Zivilpersonal. „Wir arbeiten derzeit etwas reduziert, sind aber voll betriebsbereit“, betont TÜPL-Kommandant Oberst Franz Krug. Einige Mitarbeiter arbeiten ebenfalls im Home-Office. Er warte auf neue Grundwehrdiener, die in Hochfilzen ihren Dienst ableisten. Der TÜPL ist überdies eine Kaderschmiede u.a. für Biathleten. Der Trainingsbetrieb ist derzeit allerdings reduziert, wie Oberst Krug informiert.
Zur Eindämmung des Corona-Virus wurde inzwischen  für Grundwehrdiener der Aufschubpräsenzdienst für zwei Monate angeordnet. Das heißt, dass jene 317 Grundwehrdiener, die am 1. Oktober 2019 in die Tiroler Kasernen eingerückt sind, für zwei weitere Monate beim Bundesheer bleiben müssen.

Um Berufssoldaten, die derzeit im „Corona“-Einsatz stehen, schrittweise abzulösen werden Anfang Mai die Milizsoldaten eingezogen. Dabei handelt es sich um Männer und Frauen, die ihren Grundwehr- oder Ausbildungsdienst geleistet haben, inzwischen in zivilen Berufen arbeiten und sich bereit erklärt haben, im Notfall weiterhin beim Bundesheer Aufgaben wahr zu nehmen. Diese werden vorerst 14 Tage lang ausgebildet, bevor sie am 18. Mai den Einsatzauftrag erhalten. „Zurzeit kann man jedoch keine konkreten Fragen zur Anzahl, Einsatzorten und Aufgaben beantworten“, betont Oberst Frank Nalter. Margret Klausner

In der Wintersteller Kaserne in St. Johann läuft der Dienst ganz normal weiter. Einige Mitarbeiter der Kaserne sowie der benachbarten Heeresversorgungsanstalt arbeiten derzeit von zu Hause aus. Foto: Klausner

 
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