06.04.2016
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Borkenkäfer sind im Anflug

Der milde Winter, Sturmschäden und ein heißer Sommer 2015 – für den Borkenkäfer sind die Bedingungen heuer so gut wie lange nicht. Der Forstschädling sorgt daher auch bei den Waldbesitzern, Förstern und Waldaufsehern im Bezirk für Sorgenfalten. Denn die Schäden, die der Käfer in den heimischen Wäldern anrichtet, sind enorm.

Bezirk | Die Forstdirektion des Landes schlug vergangene Woche Alarm – der Borkenkäfer steht in den Startlöchern. Für Waldbesitzer, Förster und Waldaufseher eine Horrorvision, denn der gerade einmal rund fünf Millimeter große gefräßige Schädling könnte heuer für Millionenschäden in den heimischen Wäldern sorgen.

Das vergangene Jahr 2015 war für die heimische Forstwirtschaft katastrophal – der Winter 2014/2015 sorgte bereits für erhebliche Schäden durch den Schneedruck, dazu kamen im Laufe des Jahres schwere Windwürfe, überdies tat der heiße Sommers ein Übriges. „Wir hatten im Bezirk Kitzbühel im Vorjahr einen Einschlag von rund 150.000 Festmetern“, informiert der Leiter der Bezirksforstinspektion Kitzbühel, Michael Neuwirth. Davon waren jedoch mehr als die Hälfte Schadholz, beim Verkauf dieses Holzes müssen Waldbesitzer massive Einbußen hinnehmen. Etwa 75.000 Festmeter Schadholz waren dem Schneedruck bzw. den Windwürfen geschuldet, 5.000 Festmeter gingen auf das Konto der Borkenkäfer.

Wunsch nach kaltem April

Der milde Herbst und der hinter uns liegende warme Winter sorgen jedoch für wahrhaft paradiesische Zustände für den gefräßigen Käfer, kräftiger Frost hätte ihm nämlich den Garaus gemacht. Während sich die Bevölkerung natürlich einen warmen und trockenen April wünschen würde, sieht es bei Waldbesitzern und Förstern anders aus – sie hoffen auf einen kalten und stürmischen April, wie Neuwirth sagt, denn kaltes Wetter würde dem Forstschädling noch zusetzen können. Als Eldorado für Borkenkäfer gelten natürlich auch die noch nicht aufgearbeiteten Schadholzreste.

Buchdrucker und Kupferstecher

Vor allem zwei Arten der Käfer – der Buchdrucker und der Kupferstecher – sind in Tirol heimisch. Die Larven der Käfer ernähren sich von der saftführenden Rindenschicht eines Baumes und saugen ihn sozusagen quasi aus. Die erste Generation im Frühjahr entsteht vor allem im liegenden Holz, daher muss dieses auch so schnell als möglich aufgearbeitet werden. Werden April und Mai warm und trocken, dann dürfte die Käferplage heuer in unseren Wäldern nicht aufzuhalten und Millionenschäden die Folge sein.

Die Forstexperten, auch Michael Neuwirth, appellieren daher an die Waldbesitzer, gerade bei der Waldhygiene besonders gründlich zu sein. „Hier ist der Waldbesitzer in der Pflicht“, wie Neuwirth betont. Doch auch die örtlichen Waldaufseher hielten natürlich die Augen besonders gut offen, denn befallene Bäume oder Baumgruppen müssen rasch gefällt und aus dem Wald entfernt werden. Nur so kann die Ausbreitung des Schädlings verhindert werden. Von Borkenkäfern befallene Bäume werden zwar von der Sägeindustrie abgenommen, allerdings aufgrund der schlechteren Qualität natürlich zu niedrigeren Preisen, der Werteverlust für den Waldbesitzer ist daher sehr hoch. Nicht zu unterschätzen ist überdies die Wirkung auf Schutzwälder, denn ist ein Schutzwald-Hang betroffen, kann dies möglicherweise zu gravierenden Problemen führen. Margret Klausner

Bild: Der Borkenkäfer ist auch im Anflug auf die heimischen Wälder. Foto: Klausner

 
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