29.02.2020
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Biber und Otter rauben letzten Nerv

Mit tierischen Plagen ärgern sich die Kirchdorfer schon seit Jahren herum. Neben dem Biber sind jetzt auch Fischotter aktiv. Geschützt sind sie beide.

Kirchdorf | Seit Jahren kämpfen die Kirchdorfer gegen die ständig wachsende Population der Biber an. Die tierischen Baumeister haben sich massiv vermehrt und fällen nicht nur zahlreiche Bäume entlang der Großache sowie an den Seitenbächen, sondern graben Fluchtröhren bis in die Felder hinein, die dem einen oder anderen Landwirt auf dem Traktor schon zum Verhängnis wurden. Dass die Tiere mit ihren Dämmen so manchen Bach aufstauen, Überschwemmungen auslösen und für feuchte Keller sorgen ist ein weiteres Übel.
Als sich die ersten Biber vor 20 Jahren an der Großache ansiedelten war die Freude groß - immerhin war Europas größtes Nagetier vom Aussterben bedroht. Doch inzwischen überwiegt der Frust. Die Rede ist von bis zu 60 Bibern, die im Bereich Kirchdorf leben.

Dass weiß auch Kirchdorfs Amtsleiter Christopher Inner­kofler, der sich um die Beschwerden der Betroffenen kümmert. „Da der Biber ja kein jagdbares Tier ist, gibt es auch keinen Schadenersatz, wenn er Schäden anrichtet. Wir sind aber vermutlich die einzige Gemeinde im Bezirk, die den privaten Grundbesitzern hilft,“ betont er. Die gefräßigen Nager haben überdies nicht einmal vor des Bürgermeisters Thujenhecke halt gemacht. Jeder, der einen Schaden zu beklagen hat, sollte diesen fotografieren und sich bei der Gemeinde melden, erklärt Innerkofler. Er werde sich dann mit dem vom Land beauftragten Experten, Philipp Larch, zusammen um eine Lösung bemühen. Außerdem werden immer wieder Maßnahmen realisiert, die die Nager hinten anhalten sollen. So wurde z.B. hinter der Volksschule ein vom Biber gebauter Staudamm abgesenkt. Waren doch die Spielgeräte immer wieder unter Wasser gestanden. Ein spezieller Elektro­zaun soll ebenfalls helfen die Nager fern zu halten. Auch eigene Drainagen wurden angelegt. „Wir sind im ständigen Austausch mit den zuständigen Behörden, aber auch mit dem Biberbeauftragten arbeiten wir gut zusammen“, so Innerkofler. Philipp Larch war für eine Stellungnahme bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.

Fischotter fressen 350 Kilo Fisch im Jahr
Die örtlichen Fischer sind auf den Biber ebenfalls nicht gar so gut zu sprechen, doch haben sie einen noch größeren Feind – den Fischotter. In den vergangenen Jahren haben sich die Tiere explosionsartig vermehrt. Der Fischereipächter des Großachenreviers, Markus Gruber, ist am Verzweifeln. Pro Tag frisst der Fischotter einen Kilo Fisch, also insgesamt rund 350 Kilo im Jahr. Darüber hinaus hat der Otter die Unart, nur den Kopf des Fisches abzubeißen und den Rest liegen zu lassen. Er ist ein „Bachplünderer“ und frisst alles von Fröschen bis hin zu Krebsen. „Wir haben eine Hundeführerin aus Leipzig engagiert, deren Hunde die Losung des Fischotters orten können. Und gefunden haben die viel“, sagt Gruber. Die Otterpopulation dürfte sehr gr0ß sein. Auch Minks, eine Marderart, die ursprünglich aus Nordamerika kommt, aber inzwischen auch bei uns heimisch ist, dürften an der Großache leben.

Das Ergebnis einer Elektrobefischung zur Bestandsaufnahme war in jedem Fall erschreckend. Der Fischbestand in den Achen ist massiv gesunken. Vor allem die großen Fische, also jene, die für Nachwuchs sorgen, werden immer weniger. „Wir können nichts tun. Der Otter ist geschützt, darf weder gejagt noch gefangen werden“, ist Gruber verzagt. Er steht um eine Lösung bemüht in engem Kontakt mit dem Landesfischereiverband. „Es dauert halt alles viel zu lang. Bald sind die Achen leer gefressen“, klagt der Fischereipächter. Margret Klausner

In Erpfendorf sind seit Jahren Biber aktiv und rauben vielen Grundbesitzern den letzten Nerv. Die Schäden, welche die Tiere hinterlassen sind enorm, die Gemeinde hilft. Foto: Zoom Tirol

 
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