14.02.2020
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Bevor die Energie im Abfluss landet

Welche Betriebe könnten Abwärme, die z.B. beim Produktionsprozess freigesetzt wird, auch anderweitig nutzen? Neue Felder könnten sich damit nicht nur für die Ortswärme ergeben.

St. Johann | Studenten des Fachzweigs Energiewirtschaft der Fachhochschule Kufstein sorgten in der St. Johanner Gemeinderatssitzung für reges Interesse. Die Ortswärme St. Johann GmbH und die Marktgemeinde beauftragten sechs Studenten  damit, örtliche Firmen in Hinblick auf die Nutzung von Abwärmequellen unter die Lupe zu nehmen.

Wäscherei-Abwärme „versickert“ im Abfluss
Verschiedenste Sparten produzieren tagtäglich Energie, die irgendwo versickert. „Eine Wäscherei wäscht mit 95 Grad. Nach dem Waschvorgang verschwindet diese Energie einfach im Abfluss“, zeigt Projektsprecher Valentin Neuhauser ein plakatives Beispiel auf.

Eine Flut an Daten wurde erhoben
In einem ersten Schritt haben die Studenten im letzten Semester versucht, einen Überblick über die Firmen zu bekommen, die nennenswerte Abwärmequellen haben könnten. „Kontaktaufnahme mit den Betrieben ist noch keine erfolgt. Es handelte sich dabei um eine reine Datenerfassung. Welche Firmen gibt es? Welche Branche hat welche Arbeitsprozesse und welches Temperaturniveau herrscht dadurch vor?“, erklärt Neuhauser.

Nächster Schritt: Kontaktaufnahme
Die Studenten filterten alle recherchierten Daten und erstellten einen Fragebogen. Im nächsten Semester geht es für die Studenten nun an‘s Eingemachte. Mithilfe der Ortswärme und der Gemeinde St. Johann werden sie mit den Firmen Kontakt aufnehmen und weitere Analysen vornehmen.

Nutzen für Betriebe
Neue Felder könnten sich damit nicht nur für die Ortswärme ergeben. „Für uns ist es ein  ganz wichtiger Punkt, nicht nur Betriebe zu identifizieren, die ihre Abwärme möglicherweise in das Netz der Ortswärme einspeisen können, sondern wir wollen auch ein Bewusstsein für verlorene Energie schaffen“, betont Ortswärme GF Fritz Obernauer.  
Betriebe könnten somit bisher verlorene Energie auch selber nützen. Dass Firmen Abwärme selber nutzen gibt es z.B. schon bei Supermärkten  – viele nutzen ihre Abwärme der Kühlanlagen im Winter für die Raumheizung. „In der Energiewirtschaft scheitern sehr viele Projekte an der Kommunikation, deshalb ist für uns die Kommunikation genauso wichtig wie die Technik“, betont Projektsprecher Neuhauser. Die Studentengruppe freut sich auf viele persönliche Gespräche mit St. Johanner Unternehmen im kommenden Semester.

Was ist das Ziel des Projektes?
Ziel der Zusammenarbeit mit der FH Kufstein ist in erster Linie die Analyse der Energieflüsse der Betriebe für weiterführende Projekte. Was nach der Analyse folgen wird, ist derzeit noch kein Thema. Firmen, die glauben, sie hätten Abwärme, welche nutzbar wäre, können sich auch direkt bei Umweltreferentin Elisabeth Pali im Gemeindeamt melden (umwelt@st.johann.tirol).
Johanna Monitzer

Ortswärme GF Fritz Obernauer mit den Studenten Lucian Kellner, Valentin Neuhauser, Lukas Eichler, Nikolaus Geusau, Roman Lindner und Matthäus Schipflinger sowie Umweltreferentin Elisabeth Pali, Bgm. Hubert Almberger (hinten v.li.) und einem Teil des Gemeinderates. Foto: Egger

 
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