20.08.2018
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Bettler rief Polizei auf den Plan

Bettler mit Welpe bei über 30 Grad: Mehrere besorgte Bürger, darunter auch FPÖ-Bezirksobmann Robert Wurzenrainer, alarmierten die Behörden.

St. Johann | Jeden Freitag ist Markttag in St. Johann. Nicht nur zahlreiche Einheimische und Gäste pilgern an diesem Tag in das Zentrum von St. Johann, auch Bettler sind an  den Markttagen oftmals anzutreffen. Für Aufsehen sorgte vor Kurzem ein bettelnder Mann aus der Slowakei, der einen kleinen Hundewelpen bei sich hatte.

Mehrere Leute bewiesen Zivilcourage

Mehrere Leute hatten sich an die Amtstierärztin Dr. Helga Dengg in der Bezirkshauptmannschaft gewendet – darunter auch FPÖ-Bezirksobmann Robert Wurzenrainer, der den Kitzbüheler Anzeiger auf diesen Fall aufmerksam machte. „Nachdem mir berichtet wurde, dass ein kleiner Welpe mehrere Tage lang ungeschützt am Boden in der Hitze ausharren musste, griff auch ich sofort ein und habe das Veterinäramt verständigt“, erklärt Wurzenrainer in einer Presseaussendung.

Die Amtstierärztin bat daraufhin die Polizei um Unterstützung, da der Hund in Gefahr war. „Der Bettler ließ sich den Hund widerstandslos abnehmen. Unsere Kontrolle nach dem Fremdenrecht verlief negativ, das heißt der Mann war berechtigt, sich in St. Johann aufzuhalten. Auch setzte er keine aktiven Bettelhandlungen. Er saß nur da“, informiert Bezirks-
polizeikommandant Martin Reisenzein.

Aggressives Betteln ist strafbar

Aggressives Betteln stellt eine Verwaltungsübertretung dar und ist strafbar. „Derzeit sind im Bezirk keine Auffälligkeiten hinsichtlich Bettler bekannt geworden. Am Freitag beim Wochenmarkt in St. Johann sind Bettler derzeit wieder vermehrt anzutreffen. Es werden aber seitens der Bevölkerung selten bis nie Anzeigen erstattet“, berichtet Reisenzein.

Wie verhalte ich mich richtig?

Sollte man von aggressiven Bettlern angesprochen werden, soll man sofort die Polizei davon in Kenntnis setzen, betont Reisenzein: „Nur wenn wir umgehend informiert werden, können wir mit einer Streife eine Kontrolle durchführen. „Passanten selbst sollen sich auf keine Diskussionen mit den Bettlern einlassen und nach Möglichkeit einfach weitergehen. „Sollten Kinder oder Tiere aufgrund z.B. der Hitze gesundheitlich gefährdet sein, dann gilt es natürlich ebenso sofort die Polizei zu verständigen“, erklärt Reisenzein.

Woher stammen die Bettler?

Die meisten Bettler in unserer Region stammen aus dem ehemaligen Ostblock. Meist sind es Menschen aus Rumänien oder Bulgarien, so die Erfahrungen der Polizei. „Um die organisierte Bettelei abzustellen, ist jeder gefordert. Man darf den Bettlern nichts geben“, appelliert FPÖ-Bezirksobmann Wurzenrainer.

Der Hundewelpe des slowakischen Bettlers in St. Johann wurde von der Amtstierärztin in Obhut genommen. Wie es dem Welpen geht, konnte der Kitzbüheler Anzeiger nicht in Erfahrung bringen, da sich die Amtstierärztin derzeit im Urlaub befindet. Johanna Monitzer

Bild: Stilles Betteln ist nicht strafbar. Bei aggressiven Bettlern sollten Passanten die Polizei verständigen. „Die Bettler in unserer Region stammen meist aus den ehemaligen Ostblock-Ländern“, berichtet die Polizei. Symbolfoto: Egon Häbich/pixelio.de

 
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