16.03.2020
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Bestätigter Coronafall in Kitzbühel

Seit vergangener Woche scheint auch Kitzbühel auf der Landkarte von der an Coronavirus COVID-19 erkrankten Personen auf. Eine 22-jährige Frau hatte sich auf einer Messe in Verona angesteckt. Die junge Frau befindet sich am Weg der Besserung, ihr Umfeld wurde negativ getestet und häusliche Quarantäne  verordnet.

Kitzbühel | Wo sich die junge Kitzbühelerin mit dem Corona­virus COVID-19 angesteckt hat, steht fest: Sie war auf einer Messe in Verona. Erst nach ihrer Heimkehr kam es zu den vielen Erkrankungen in der nord­italienischen Region. Als sich bei ihr die ersten Anzeichnen einer Erkrankung am Coronavirus COVID-19 zeigten, kontaktierte die Familie am Mittwoch Abend die zuständigen Behörden. Bei der 22-Jährigen wurden am Donnerstag dann Abstrichproben entnommen. Die Testergebnisse des Virologischen Instituts in Innsbruck bestätigten eine Coronavirus-Erkrankung.

Schnelles Handeln nach ersten Anzeichen
„Nachdem die Fälle in Norditalien bekannt wurden, haben wir die dortige Situation natürlich genau beobachtet. Als sich bei meiner Tochter die typischen Symptome wie Kopfweh, hohes Fieber und Atembeschwerden einstellten, war für uns klar, dass wir handeln müssen, damit wir nicht weitere Personen anstecken“, erzählt die Mutter der Erkrankten. In einem Telefonat mit dem Landessantitätsdirektor Franz Katzgraber wurde die weitere Vorgehensweise besprochen – der Aufenthalt in einem Quarantänezimmer in Innsbruck oder in St. Johann stand im Raum. Durch den milden Krankheitsverlauf konnte von einem Aufenthalt in einem Quarantänezimmer abgesehen werden, jedoch wurde häusliche Isolierung angeordnet.

„Am Donnerstag Abend bekamen wir dann Besuch eines Polizisten in Schutzbekleidung“, erzählt die Mutter. Es mussten die Daten der Kontakte der letzten drei Tage erfasst werden. Vier Personen aus dem persönlichen Umfeld sowie acht Personen aus dem Arbeitsumfeld der 22-Jährigen wurden auf behördliche Anordnung ab dem Zeitpunkt des Letztkontaktes für 14 Tage häuslich isoliert und wurden angehalten, ihren Gesundheitszustand in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden genau zu beobachten. „Wir waren auch im Kontakt mit dem Amtsarzt, von dem ein Besuch angekündigt wurde, gekommen ist er bis dato nicht“, erzählt die Mutter, die wie die weiteren Personen des persönlichen Umfeldes zum Abstrichtest gebeten wurde. „Wir waren alle negativ, obwohl ich bereits die ersten Symptome hatte“, erzählt die Mutter.

Isolierung wird behördlich kontrolliert
Seit einer Woche steht die Familie nun unter häuslicher Quarantäne. Die Auflage wird auch seitens der Polizei kontrolliert. „Täglich am Vormittag sowie am Nachmittag kommt die Polizei vorbei und wir winken dann brav aus dem Fenster“, gibt die Mutter einen Einblick in das Leben in Quarantäne. Von einem „Lagerkoller“ ist keine Spur: „Wir haben zum Glück ein großes Haus und daher ausreichend Platz.“ Es mangelt der Familie auch nicht an sozialen Kontakten, denn laufend erkundigen sich Freunde und Bekannte nach dem Wohlergehen und bieten ihre Hilfe an. „Was ich nach der Quarantäne vermissen werde, ist das gekochte Essen vor der Tür“, scherzt die Mutter, die sich über laufende Essenslieferungen freuen darf.
Die häusliche Isolierung der Familie dauert noch bis nächste Woche an.

Wie wird das Virus übertragen?
Nach vorliegenden Informationen besteht die Möglichkeit einer Mensch-zu-Mensch- Übertragung durch eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Das Übertragungsrisiko von Mensch zu Mensch ist relativ gering und liegt nach derzeitigem Informationsstand etwas höher als jenes der Influenza. Vergleichsweise sind Masernviren fünf bis sieben Mal leichter übertragbar.
Wie äußert sich die Krankheit?
Häufige Anzeichen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sind unter anderem Fieber, Halsschmerzen, Husten, Atembeschwerden. In schwereren Fällen kann die Infektion eine Lungenentzündung, Nierenversagen und vor allem, wenn schwere andere Erkrankungen bereits vorbestehen, den Tod verursachen. Am häufigsten treten milde Verlaufsformen (Symptome einer Erkältung) auf.

Wie lange dauert die Inkubationszeit?
Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Inkubationszeit in der Regel 2-7 Tage (max. bis ein bis 14 Tage) beträgt.

Wie lange ist die ansteckungsfähige Zeit?
Die Dauer der Ansteckungsfähigkeit wird derzeit mit einem Tag vor Erkrankungsbeginn bis zu 2 Tagen nach Beendigung der Symptomatik, zumindest aber mit zehn Tagen vermutet, und bleibt daher offen.

Telefonische Kontakte
Bei Verdacht einer Infektion mit dem Coronavirus COVID-19 zuerst telefonisch mit dem Hausarzt oder BKH St. Johann bzw. der Hotline des Landes Tirol Kontakt aufnehmen.
Kostenlose 24-Stunden-Hotline des Landes Tirol: 0800 80 80 30 Telefonische Gesundheitsberatung: 1450 Kostenlose  24-Stunden-Infoline der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit): 0800 555 621. Weiterführende Informationen finden sich unter www.tirol.gv.at/coronavirus sowie unter www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/ und der Land Tirol App. Elisabeth M. Pöll

Am BKH St. Johann wurde schon Ende Februar vorsichtshalber eine externe „Corona-Station“ eingerichtet. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, um andere Patienten, Besucher und Mitarbeiter des BKH zu schützen, wenn nur der geringste Verdacht einer Infektion besteht. Foto: Ritsch

 
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