25.05.2020
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Baumschlag war genehmigt

Einen Aufschrei gab es in der Gamsstadt, als die Bäume hinter dem Alpenhotel gefällt wurden. Die Rodung ist aber rechtens und wurde von der Naturschutzbehörde und einem Ornithologen genehmigt.

Kitzbühel | Die gute Nachricht zuerst: Auf Intervention von Schwarzsee-Referenten Rudi Widmoser (Grüne) konnte eine weitere Baumreihe im Bereich des Alpenhotels gerettet werden. Es handelt sich dabei um jene Bäume, die hinter dem Alpenhotel hinauf zum Seebichl stehen. Widmoser kritisierte schon in der Gemeinderatssitzung vom 10. Februar die Breite der Zufahrtsstraße zum Badeparkplatz. Seine Bedenken, dass die Baumaßnahmen den Baumbestand hinter dem Hotel gefährden könnten, blieben nicht nur ungehört, sie fanden auch nicht den Weg in das Sitzungsprotokoll. „Hätte man die Straße von Beginn an schmaler geplant, wäre die Rodung der fünf bis sechs Bäume nicht notwendig gewesen“, sagt Widmoser. „Wäre mir das Ausmaß der Rodung bekannt gewesen, hätte ich ordentlich auf den Tisch gehaut.“ Schadensbegrenzung lautete nun die Devise von Widmoser und er konnte auch einiges bewegen. Die Zufahrtsstraße zum Badeparkplatz wird nun neu geplant, dadurch müssen jene Bäume zum Seebichl hinauf nicht mehr abgeholzt werden.

Neuplanung fürdie Zufahrtsstraße
„Das Ensemble von der Schwarzseeansicht war uns immer wichtig“, betont Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler und unterstreicht, dass der Baumbestand nicht zu den Bau- und Widmungsbescheiden zählt, sondern dem Naturschutz unterliegt. „Die Gemeinde hat darauf keinen Einfluss. Wir haben uns darauf verlassen, dass das alles sehr sorgfältig von der Naturschutzbehörde geprüft wird. Es ist sogar ein Ornithologe dazugezogen worden“, sagt Winkler und versichert, dass der gesamte Baumschlag im Bereich des Alpenhotels behördlich genehmigt wurde.
Es wurde reagiert und am Freitag letzter Woche ein Gespräch mit Besitzer Heinrich Schultz und seinem Bauleiter geführt, in dem es um eine punktuelle Verbesserung der Gesamtsituation ging. Indem der Gehweg teilweise verlegt wird und die Zufahrtsstraße verschmälert wird, kann die Baumreihe gerettet werden. Heinrich Schultz, Besitzer des Alpenhotels, will diesem Wunsch natürlich nachkommen, wenn es auch umsetzbar ist.
Nach Abschluss der Bauarbeiten wird das Ensemble rund um das Alpenhotel auch wieder grün, wie Heinrich Schultz erzählt: „Im Bauvorhaben wurde Bedacht darauf gelegt, dass nach Fertigstellung der Arbeiten möglichst viel wieder bepflanzt wird. Diese Bepflanzungen sind aus den Unterlagen, welche mit der Stadtgemeinde Kitzbühel be- und verhandelt wurden ersichtlich, sodass dies nachher sich gut wieder einfügen wird.“ Dazu ergänzt Bürgermeister Winkler, dass es auch Absprachen mit dem Landwirtschaftspächter gibt, um Lkw-Fahrten zu vermeiden und der Aushub auf den Wiesen zwischengelagert werden kann. „Zudem werden ein paar Begradigungen auf der Wiese vorgenommen“, sagt Winkler und gibt zu Bedenken, dass die momentan riesige Baugrube für den unterirdischen Bereich ist, und nach Fertigstellung kaum noch wahrgenommen werden wird.

Gamper fordert Gesetzesänderung
Für FPÖ-Stadtparteiobmann und LAbg. Alexander Gamper ist es nicht nachvollziehbar, dass Naturschutz und Ornithologie diesen Schlägerungen zustimmen konnten. „Auf einer Visualisierung betraf die Rodung, so wie wir es vernommen haben, nur die Bäume hinter dem Kabinengebäude. Dafür gab es auch einen Rodungsbescheid. Die großen Bäume hinter dem Hotel wurden meiner Meinung nach nicht angesprochen“, sagt Gamper.
Für ihn bedarf es einer Änderung des Tiroler Raumordnungsgesetzes. „Der Gemeinderat macht eine Widmung, dazu wird eine Visualisierung präsentiert. Ob es dann dieser entspricht, ist nicht sicher“, sagt Gamper, der sich eine Offenlegung der Pläne für den Gemeinderat bei einer Widmung wünscht. „Die Optik wird im Bauverfahren behandelt, da wird der Gemeinderat nicht gefragt“, sagt Gamper.

Betrieb wird geöffnet
Während der Bauarbeiten sind das Seebad und das Seebistro trotzdem geöffnet. Daher werden jetzt die Aushubarbeiten forciert, sodass dann möglichst ein ungestörtes Schwimmen und Verweilen am Schwarzsee möglich ist. „Das Seebistro hat seit  15. Mai geöffnet, das Seebad wird wie auch das Alpenhotel ab 29. Mai wieder geöffnet“, erzählt Schultz. Elisabeth M. Pöll

Die großen Bäume hinter dem Alpenhotel mussten für den Neubau weichen. Foto: Pöll

 
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