19.08.2016
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Bauern wehren sich

Die führenden Interessensvertreter der Kitzbüheler Bäuerinnen und Bauern sowie die Vertreter der Jungbauernschaft/Landjugend zeigen sich gleich wie die Mehrheit der Kitzbüheler bäuerlichen Familien maßlos verärgert und enttäuscht über den Artikel „Der Traum eines Hüttenwirtes“ im Kitzbüheler Anzeiger vom 4. August, verfasst vom Obmann des Wirtschaftsbundes Peter Seiwald.

Bezirk | „Ohne die Bauern des Bezirkes namentlich zu nennen, zeichnet Peter Seiwald im genannten Artikel ein absolut falsches Bild der Landwirtschaft, das nur jemand zeichnen kann, der sich mit den wahren Herausforderungen und Problemen der heimischen Landwirtschaft noch nicht wirklich beschäftigt hat“, so Bezirksbauernobmann LAbg. Josef Edenhauser. Seiwald bringt in seiner Traumerzählung zusammengefasst zum Ausdruck, dass unsere bäuerlichen Familien nicht auf die geänderte Nachfrage reagieren und allfällige Einbußen sowieso durch Förderungen ausgeglichen würden.

Heimische Bauern haben Krise nicht verursacht

Bezirksbäuerin Helga Brunnschmid widerspricht dem energisch: „Tatsächlich steckt die  Landwirtschaft aktuell, insbesondere wegen des schlechten Milchpreises, in einer schweren Krise. Und zu dieser Krise haben die Kitzbüheler Bauern wenig bis gar nichts beigetragen.“ Viele Bauern, auch im Bezirk Kitzbühel, können aktuell aus der Landwirtschaft die laufenden Kosten und Rückzahlungen nicht mehr bedecken. Auch die von Seiwald genannten „Förderungen“, die ja richtigerweise Ausgleichszahlungen für die Leistungen der Bauern im öffentlichen Interesse (wie Landschafts-, Alm- und Kulturraumpflege) darstellen, können die extrem schwierige Lage der Bauern nicht wirklich abfedern.

Es fehlt nicht an Anpassungsfähigkeit

Seiwald skizziert in seinem Artikel auch die angeblich mangelnde Anpassungsfähigkeit der Kitzbüheler Bauern an sich verändernde Märkte. „Auch hier wäre Seiwald gut beraten, sich einmal für die Landwirtschaft in seinem Bezirk näher zu interessieren“, so Georg Wurzrainer, Leiter der Landjugend im Bezirk. Bei entsprechender Aufmerksamkeit hätte Seiwald feststellen können, dass sich die Bewirtschaftung vieler Betriebe im Bezirk massiv geändert hat. Von der Mechanisierung über die Spezialisierung bis hin zur Diversifizierung hat sich sehr viel getan. In Kitzbühel werden mittlerweile mehr als 70 Prozent der Flächen biologisch bewirtschaftet. Auch bei der Heumilchproduktion liegt unser Bezirk österreichweit im Spitzenfeld. Viele Betriebe haben aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage in der Landwirtschaft zusätzliche Standbeine in der überbetrieblichen Zusammenarbeit, im Tourismus, in der Direktvermarktung suchen oder in den Nebenerwerb eintreten müssen, fasst Bezirksbauernobmann Edenhauser die Gegebenheiten auf den Höfen zusammen.

Wichtige Partner im Tourismusbezirk

„Gerade im Tourismusbezirk Kitzbühel sind wir bisher davon ausgegangen, dass sowohl Tourismus als auch Landwirtschaft wirklich verstanden haben, dass beide Partner eine extreme Abhängigkeit voneinander haben. Einer braucht den anderen. Umso unverständlicher ist es für uns, dass Seiwald ein dermaßen falsches Bild der heimischen Landwirtschaft zeichnet und damit den vielen bäuerlichen Familien im Bezirk in einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Lage so vor den Kopf stößt“, so die sichtlich enttäuschte Leiterin der Landjugend Stephanie Höhrfarter und ergänzt in Richtung des Wirtschaftsbundobmannes: „Gerade wir Jungen sind bestrebt nach einem gewinnbringenden Miteinander und lehnen jegliches schüren von Neid und Missgunst ab, das uns mit Sicherheit keinen Schritt weiterbringt.“

Bild: Bezirksbauernobmann Josef Edenhauser ist über den „Traum eines Hüttenwirtes“ von Peter Seiwald sehr verärgert. Foto: Bauernbund

 
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