03.05.2020
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Autobranche startet den Motor neu

Massive Einbußen erlitt die heimische Autobranche durch die Maßnahmen gegen das Coronavirus. Doch auch hier gab es einzelne Unternehmer, die innovative Services gegen die Krise setzten und damit ein Umdenken für die Zeit danach eingeleitet haben.

Bezirk | An der Situation an sich gibt es grundsätzlich nichts schönzureden. „Es ist eine Katastrophe – der Verkauf ist quasi gestorben“, schildert Fritz Reiter jun. (Renault Reiter) die Lage, und: „Die Kunden sind verunsichert, viele haben den Job verloren oder sind auf Kurzarbeit.“ Auch Herbert Sparer  vom Autohaus Sparer sieht branchenweit einen Rückgang von 98 bis 99 Prozent des Umsatzes, da der Verkauf während Corona gestoppt werden musste. Lediglich die Systemerhalter – wie etwa in der Pflege, im Einzelhandel oder im Handwerk – konnten in dieser Zeit überhaupt ein neu gekauftes Auto anmelden, ergänzt Sparer.

Umso wichtiger war es, den Kontakt zum Kunden aufrecht zu erhalten und als Servicepartner aufzutreten, verdeutlicht Simon Rabl vom Autohaus Fuchs in Itter: „Wir haben unsere Kunden informiert, z.B. bezüglich der Verzögerungen bzw. der Lieferverschiebungen der bestellten Ware.“ Grundsätzlich sei aber einiges auf Lager: „Für den flexiblen Kunden kann man 90 Prozent der Wünsche spontan abdecken“, ergänzt Rabl. Harry Kaufmann  (Seat Kaufmann) bestätigt, dass der Verkauf wieder schleppend anläuft: „Von Woche zu Woche wird das Interesse wieder stärker – es ist Licht am Ende des Tunnels.“ Das sieht auch Simon Rabl so und ergänzt: „Die Nachfrage hat spürbar angezogen. Durch Aktionen der Hersteller etc. ist für den Konsumenten vom Preis- Leistungs-Verhältnis und der Angebotssituation her jetzt eine sehr gute Phase, das zu nützen.“ Wie sich die Nachfrage entwickeln wird, lässt sich aktuell jedoch sehr schwer einschätzen, ist sich Rabl mit seinem Branchenkollegen Fritz Reiter einig: „Es muss sich einpendeln, aber wir wissen nicht, was passiert“, so Reiter.
Herbert Sparer resümiert für die Branche: „Man muss am Ball bleiben, jeder muss klein anfangen, die Wirtschaft startet gerade neu.“

Werkstätten laufen auf Hochtouren
Der Verkauf ist das eine, die Werkstätten das andere: Diese laufen derzeit auf Hochtouren. „Dort rotieren wir und sind dabei, alles aufzuarbeiten“, schildert Reiter. Simon Rabl vom Autohaus Fuchs ergänzt: „Die Kunden reagieren sehr verständnisvoll auf die Verschiebung der Termine in den Mai hinein.“ Die Servicegarantien der Hersteller seien entsprechend angepasst worden, beruhigt Rabl. Auch der laufende Betrieb läuft dabei gemäß der Bestimmungen kontaktlos ab. Harry Kaufmann zeigt auf, wie das in seinem Unternehmen funktioniert: „Der Kunde kommt nur in einen Teil des Büros. Er legt den Schlüssel in die Schale, dieser wird von uns desinfiziert, zudem kriegen die Kunden auch ein desinfiziertes Leihauto.“ Kaufmann bedankt sich dabei für das Verständnis, dass es durch die Abstands- und Hygieneregeln zu Verzögerungen kommt.

Trotz der Krise aktiv bleiben
Mit innovativen Services erarbeitete sich so mancher einen kleinen Vorsprung heraus. Zum Beispiel Auto Sparer:  „Wir haben relativ schnell reagiert und viele Aktivitäten auf online umgemünzt. So konnten wir innerhalb von 14 Tagen einen Onlineservice anbieten – vorab Angebote einholen etc. Die Resonanz darauf war nicht schlecht“, schildert Herbert Sparer. Mit dieser Maßnahme wollte man einerseits wenigstens ein kleines Standbein während der Sperre auf dem Markt halten, andererseits geht es darum, gerade in der Krise Haltung zu zeigen. Gleichzeitig nutzte man bei Sparer die Zwangspause, um die internen Abläufe zu optimieren. Somit konnte auch während der intensivsten Zeit der Sperre Produktives für das Unternehmen geleistet werden. Viele Anbieter setzen während der Quarantäne auf einen Werkstatt-Notdienst.

Äußerst positive Resonanz erhielt das Konzept von Auto Pletzer in Going: Die freie Werkstätte setzte auf einen Hol- und Bringservice für die Kundenfahrzeuge. Dabei wurden natürlich die Pkw auch desinfiziert, um allen Sicherheitsaspekten zu entsprechen.  „Das Service ist sehr gut angenommen worden. Der Kunde ist König – das leben wir“, freut sich Werner Pletzer. Die Anfragen reichten bis Jochberg und Fieberbrunn. „Wir haben auch Neukunden dadurch gewonnen.“ Somit konnte sich Auto Pletzer beinahe durchgehend über gute Auslastung freuen. „Man soll nicht den Kopf in den Sand stecken. Da ist ein Kleinstbetrieb unheimlich flexibel und kann schnell reagieren. Die Mitarbeiter haben dadurch auch einen sicheren Job“, unterstreicht Pletzer.
Regionalität ist für alle Ansprechpartner ein wichtiger Faktor: „In der jetzigen Zeit bietet sich die Möglichkeit, sich auf die Grunddinge zu konzentrieren. Wichtig ist der Zusammenhalt. Wenn alle an einem Strang ziehen, kann es klappen“, so Herbert Sparer. Elisabeth Galehr

Die Autobranche war während der Coronasperre beinahe vollständig ausgebremst. Derzeit laufen vor allem die Werkstätten auf Hochtouren.

 
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