10.05.2020
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Auf die Größe kommt es an

Der „Wanderprediger“ der Digitalisierung, Christoph Holz, hielt vergangene Woche auf Einladung des Unternehmernetzwerkes BNI einen Vortrag, natürlich online. Holz beleuchtet dabei das exponentielle Wachstum – und keine Angst, es geht nicht um die Ausbreitung einer Krankheit, die sich so schnell potenziert, sondern um das menschliche Wissen.  

St. Johann, Bezirk  | Es ist Stunde 0. Der erste Kontakt. Die Ausbreitung erfolgt rasant und nach nur einem Tag sind es schon eine Million Kontakte. Was so bedrohlich klingt, wie Corona und Pest zusammen, war lediglich ein kleines Bilderrätsel, das vor einiger Zeit „viral“ gegangen ist. „Viral“, diese Wortwahl erfolgt nicht zufällig, denn es lassen sich viele Parallelen ziehen zwischen der Verbreitung eines Keims und der Verbreitung von Inhalten in einem sozialen Netzwerk. Irgendwann, wenn alle Mitglieder einer Gruppe das Rätsel gesehen haben, fällt die Steigerungskurve wieder in sich zusammen. Das Wachstum ist somit endlich, aber dennoch haben wir es mit immer mehr „exponentiellen“ Steigerungsraten in unserem Leben zu tun.  Der Mensch, der darauf ausgerichtet ist, die Dinge linear zu betrachten, ist darauf nur bedingt vorbereitet. Nun kommt die Technik ins Spiel. Christoph Holz ist ein großer Fan von Innovationen, denn sie ermöglichen es nicht nur, das Leben zu erleichtern, sondern die Herausforderungen, die es uns bietet, adäquat zu meistern. „Bis zum 19. Jahrhundert hat sich das Wissen der Menschen ca. alle 100 Jahre verdoppelt, danach alle 25 Jahre und mittlerweile alle 13 Monate.“ Was mit der Erfindung der Dampfmaschine begann, entwickelt sich durch die Digitalisierung nicht nur exponentiell, sondern sogar überexponentiell.  

Unternehmen werden kleiner
Mit derartigem Wissensvorsprung, so prophezeit es Holz, ist es künftig möglich, die Probleme der Menschheit zu lösen: Ressorcenschonendes Wirtschaftswachstum, Globalisierung zum Vorteil aller und innovative Lösungen – auch z.B. gegen Epidemien wie etwa Corona. Wachstum an allen Orten? Nein, denn eines wächst nicht, sondern wird sogar kleiner: Die Unternehmen. „Größe ist für Unternehmen kein Vorteil, seit dem Jahr 2000 sinkt die Zahl der Mitarbeiter in einem Unternehmen“, so Holz. Firmen werden kleiner und agiler, sagt der Digitalisierungs-Experte. Eine Entwicklung also, die Tirol nicht erst durchmachen muss, weil man mit seinen Klein- und Mittelbetrieben genau dort schon ist, wo andere noch hinmüssen. Und auch sonst finden sich in Tirol einige heimliche Helden der Digitalisierung, die bei weitem nicht so bekannt sind wie die amerikanischen, aber genauso wichtig. Während also die regionalen Unternehmen immer noch massiv an Corona zu leiden haben, ist es doch tröstlich zu wissen, was die Holz‘sche Botschaft vermitteln will:  Auch das geht vorbei und wir haben die Chance, dass alles wirklich viel besser wird. Elisabeth Galehr

Christoph Holz sprach auf Einladung des BNI. Foto: Staudinger

 
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