28.07.2018
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Asylplätze werden weiter reduziert

Die Asylunterkunft im „Haus Hochfilzer“ in St. Johann wird nun auch geschlossen. Neben St. Johann gibt es dann nur noch in Waidring, Kössen, Brixen und Hopfgarten Asylunterkünfte.

St. Johann, Bezirk | In den letzten drei Jahren warteten bis zu 351 Menschen in den verschiedenen Unterkünften im Bezirk auf einen Asylentscheid. Im Frühjahr dieses Jahres waren es etwa halb so viele Menschen – und die Zahl der Asylwerber, die bei uns im Bezirk leben, sinkt weiter. Unterkünfte werden fortlaufend geschlossen.

Die Unterbringung wird tirolweit optimiert
Ende August wird in St. Johann nun wieder eine Unterkunft geschlossen. Die im Auftrag des Landes Tirol für die Asylunterbringung zuständige Tiroler Soziale Dienste GmbH (TSD) hat den Mietvertrag mit dem „Haus Hochfilzer“ beendet. „Wir versuchen, die Unterbringung im ganzen Land zu optimieren. Wo wir nicht an lange Mietverträge gebunden sind, versuchen wir diese zu lösen. Wir sind bemüht, für alle Bewohner eine verträgliche Lösungen zu finden“, erklärt Georg Mackner, Pressesprecher der TSD.

Wohin ziehen die Menschen?
Im „Haus Hochfilzer“ in St. Johann wohnen derzeit noch 16 Menschen. Ob sie alle im Bezirk bleiben können ist fraglich. Bürgermeister Stefan Seiwald wünscht sich eine sozial verträgliche Lösung. „Wir werden versuchen, wenn möglich, die Menschen im Bezirk Kitzbühel unterzubringen, die genauen Alternativunterkünfte sind derzeit noch nicht fixiert“, so Mackner.
St. Johann hatte mit bis zu 140 Menschen, die „größte Last“ im Bezirk zu tragen. Meisterte diese Herausforderung aber mit Bravour. Die St. Johanner zeigten Herz und Hirn, nachdem Großunterkünfte erfolgreich abgewendet werden konnten. Unter Koordination von GR Melanie Hutter und Freiwilligenzentrum Pillerseetal/Leukental engagierten sich zahlreiche St. Johanner für ein gutes Miteinander.

Nach der Schließung vom „Haus Hochfilzer“ werden in St. Johann bis auf Weiteres noch 44 Menschen, die auf einen Asylentscheid warten, leben. In Waidring gibt es noch neun Asylplätze, in Kössen sechs, in Brixen fünf und in Hopfgarten 20.
In allen Ortschaften engagierten sich und engagieren sich noch immer zahlreiche Freiwillige für die Menschen, die in Österreich auf eine sichere Zukunft hoffen bzw. Schutz auf Zeit suchen. „Ihnen gilt ein großer Dank“, so Mackner.

Weitere Schließungen sind zum jetzigen Zeitpunkt keine geplant, teilen die TSD mit. Die Zukunft der Menschen richtet sich nach dem Verfahrensverlauf des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl. „Wir versuchen naturgemäß, eine optimale Grundversorgung zu gewährleisten“, erklärt Mackner.

Immer weniger Asylwerber
Die österreichische Asylwesenstatistik zeigt, dass die Zahl der Menschen, die Asyl ansuchen, stark zurückgegangen ist. 277 Menschen suchten bis Juni um Asyl in Tirol an (2017: 672). 3.797 Menschen sind aktuell in den Unterkünften der TSD untergebracht. (Vergleich 2015 im Durchschnitt: 3.276 Menschen, 2016: 6.216 Menschen und 2017 4.834 Menschen). Die Asylverfahren ziehen sich teilweise über Jahre hin. Johanna Monitzer

 
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