10.04.2020
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Arbeitslosenzahlen schnellten hoch

Auch wenn es abzusehen war: Die harte Statistik der Arbeitslosigkeit im Bezirk erschüttert. Für Ende März meldete das AMS Kitzbühel die höchste jemals im Bezirk gemessene Zahl an Menschen, die ihren Job verloren haben.

Kitzbühel | AMS-Leiter Manfred Dag dazu: „Die Tourismusregionen sind von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie besonders stark betroffen,  so auch Kitzbühel. Der Bezirk gehört zu jenen Regionen Österreichs, in denen die Arbeitslosigkeit binnen weniger Tage am stärksten gestiegen ist.“
Konkret waren Ende März im Bezirk Kitzbühel 4.665 Personen ohne Job. Das ist die höchste Arbeitslosigkeit, die in der Region jemals gemessen wurde. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres stieg der Wert um über 285 Prozent an.

Speziell im Zeitraum vom 13.  bis 31. März meldeten sich 4.116 Personen beim AMS  Kitzbühel arbeitslos. Den größten Anstieg der Beschäftigungslosen verzeichnete  naturgemäß der Tourismus. „Durch die behördliche Anordnung wurde die Saison im Tourismus und bei den Bergbahnen abrupt vorzeitig beendet. Seit diesem Zeitpunkt war klar, dass die Zahl der Arbeitslosen in den Tourismusbezirken bisher ungeahnte Höhen erreichen wird“, erläutert Dag. AMS-Landesgeschäftsführer Anton Kern ergänzt: „Der derzeit hohe Anstieg der Arbeitslosigkeit trifft hauptsächlich Dienstleistungsberufe, allen voran den Wirtschaftsabschnitt Beherbergung und Gastronomie sowie den Handel. Auch der Bau und die Produktion sind zwar betroffen, aber im Vergleich moderat. Operativ hat das AMS Tirol derzeit alle Hände voll zu tun, um Anträge für Arbeitslosigkeit und COVID19-Kurzarbeit zu bewilligen. Wir arbeiten auf Hochtouren.“ Das unterstreicht auch Manfred Dag und bittet gleichzeitig um Geduld.

Land Tirol setzt Maßnahmen
Die für den Arbeitsmarkt zuständige Landesrätin Beate Palfrader richtete einen Appell an alle Unternehmen, das Kurzarbeitsmodell der Regierung in Anspruch zu nehmen, um einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit hintan zu halten. Gleichzeitig hielt sie fest: „Wir haben ein Szenario für jetzt und für nach der Krise.“ Als Sofortmaßnahme rief das Land Tirol gemeinsam mit der Arbeiterkammer Tirol einen Corona-Arbeitnehmer-Fonds beim Verein „Netzwerk Tirol hilft“ ins Leben. Dafür stellen das Land zehn Millionen Euro und die Arbeiterkammer zwei Millionen Euro bereit. Mit diesem Härtefallfonds soll Arbeitnehmern, Arbeitslosen, Alleinerziehern und deren Familien schnell und direkt geholfen werden. Anträge auf Unterstützung können seit Montag, 6. April, eingereicht werden. Das weitere Maßnahmenpaket beschreibt die Landesrätin so: „Unsere Individualförderungen für Aus- und Weiterbildungen laufen selbstverständlich weiter, Online-Ausbildungen rücken derzeit verstärkt in den Fokus. In einem weiteren Schritt werden wir in Abstimmung mit der Arbeiterkammer Tirol und dem Arbeitsmarktservice Tirol bestehende Maßnahmen ausbauen, dazu zählen z.B. die Erhöhung von Plätzen in Arbeitsstiftungen, dem Gemeindenahen Beschäftigungsprogramm (GBP) sowie von Sozialökonomischen Betrieben (SÖBs) und Gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten.“

Wie funktioniert der Arbeitnehmer-Fonds?
Anträge auf Unterstützung aus dem Corona-Arbeitnehmer-Fonds stehen seit Anfang der Woche unter  www.tirol.gv.at/gesellschaft-soziales/netzwerk/ zum Download bereit. Ausgefüllte Anträge können unter folgender E-Mail-Adresse eingereicht werden:
covid.arbeitnehmerfonds@tirol.gv.at. Zur Behandlung der Anträge wird eine eigene Kommission unter der Leitung von Netzwerk-Koordinator Herbert Peer eingerichtet, der Vertreter des Landes Tirol (aus den Abteilungen Soziales sowie Gesellschaft und Arbeit) und der Arbeiterkammer Tirol angehören. Elisabeth Galehr

Die Grafik des AMS zeigt den Anstieg der Arbeitslosigket in den Bezirksstellen in Prozent. Kitzbühel gehört zu den besonders betroffenen Regionen. Ende März waren im Bezirk 4.665 Personen ohne Job. Das ist die höchste Arbeitslosigkeit, die in Kitzbühel je gemessen worden ist, wie AMS-Leiter Manfred Dag informiert. Speziell ab Mitte März – dem Einsetzen der Maßnahmen – stieg der Wert dramatisch an. Grafik: AMS

 
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