02.02.2019
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Am Gipfel atmen wir Luft nach oben

Ein echter „Berg-Gipfel“ der Vordenker – das ist der Mountain Peak Summit, der heuer bereits zum zweiten Mal im Rahmen der Hahnenkammwoche abgehalten worden ist. Im Mittelpunkt stehen Thesen und Trends der Zukunft, manche von ihnen dürften im Heute schon für Aufsehen sorgen. Eine Übersicht.

Kitzbühel  | „Welche Zukunft wollen wir haben?“ – Diese Frage stellte Peter Zellmann vom Institut für Freizeit- und Tourismusforschung in den Raum. Denn Zukunft lässt sich gestalten – auch mit Mitteln der Digitalisierung. Die ist zwar ein unumkehrbarer Prozess, lässt sich aber sehr gut integrieren in die Belange des Tourismus. Der eigentliche Wertschöpfungsfaktor im Tourismus ist und bleibt nämlich in der personenbezogenen Dienstleistung am Gast. Es lohnt sich übrigens durchaus, sich Fragen über den Gästebetrieb der Zukunft zu stellen. Denn schließlich macht Tourismus nicht nur 15 Prozent des österreichischen BIP aus, sondern der Anteil, der zusätzlich daran hängt, ist wesentlich höher (25 Prozent). „Für den ländlichen Raum ist er der wichtigste Wirtschaftsfaktor – Tourismus geht uns alle an“, so Zellmann.

Österreich steht in puncto Ganzjahrestourismus sehr gut da, unterstreicht Zellmann. Aber: „Winter- und Sommertourismus spricht zwei ganz unterschiedliche Zielgruppen an.“ Im Winter wird die Breite Masse angesprochen, im Sommer der Individualist. Das sollte man auch künftig beachten. Die Bestrebungen, für die Zukunft neue Herkunftsmärkte zu erschließen, beurteilt Zellmann als „wichtige ergänzende Maßnahme“, aber im Verhältnis macht das keinen großen Unterschied. „Wir müssen uns um unsere Nachbarn kümmern.“ Was ein „guter“ Urlaub ist, bestimmt der Gast – er lässt sich auch nicht standardisieren. Jeder Gast kommt mit anderen Wünschen und Erwartungen zu uns.

Digitaliserung ermöglicht uns, diese Erwartungen zu erkennen und dann den Markt danach zu kreieren. Aber: „Bedürfniserfassung ist keine reine Datensammlung.“ Nur die Datenbanken von Apple, Google und Co. auszuwerten sagt nichts über die Person des Gastes aus. „Algorithmen weisen auf Korrelationen hin, nicht auf Emotionen.“

Der persönliche Kontakt ist und bleibt der größte Trumpf im Tourismus. Auf eine andere Herausforderung machte Zellmann aufmerksam: „Großstadtmenschen haben die emotionale Nähe zum Skifahren verloren. Das hat auch nichts mit dem Preis der Skipässe zu tun.“ Eine erfolgreiche Winterdestination ist gut beraten, in diesem Bereich wieder anzusetzen.

Skifahren zwischen eSports & Schneedruck

Zum Teil auch kontroverse Ansätze wurden bei der Diskussionsrunde am Nachmittag verfolgt. Während Peter Schröcksnadel in Sachen Schneesicherheit eine klar befürwortende Position vertrat – „Die deutschen Ski-Gebiete leiden Not, weil bei den Deutschen Schneemachen verpönt ist“ – kontert Olaf Tabor vom Deutschen Alpenverein: „Wenn das Wetter nicht mitmacht, die Rahmenbedingungen es nicht hergeben, dann müssen wir auf das Skifahren verzichten.“

Auch das Thema eSports (sportlicher Wettkampf mit Computerspielen) wurde eingehend diskutiert. Der ÖSV sieht darin eine innovative Zukunftschance, mit der Geld zu verdienen ist, wie Schröcksnadel festhielt. Anders die Haltung von DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier: „Keiner der sich mit dem Gaming beschäftigt, wird dann raus auf den Berg gehen, um Sport zu machen.“ Elisabeth Galehr

Bild: Tourismus- und Freizeitforscher Peter Zellmann zeigte einige Strategien für den Tourismus auf. Foto: Galehr

 
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