09.11.2017
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Alter Schurke, frisch inszeniert

Ein denkwürdiges Werk hat sich die Künstlerfamilie Metzger für ihr heuriges „Crossover“-Projekt in Reith ausgesucht: „Don Giovanni“ ist eine Geschichte voller böser Taten, aber gerade in der jetzigen Zeit hochaktuell.

Reith | Don Giovanni ist ein rücksichtsloser Verführer, ein Wüstling, der denkt, er könne sich aufgrund seiner Stellung als Edelmann alles erlauben.  Bereits zu Mozarts Zeiten war dieser Typus des Sittenstrolchs eine Oper wert – das bekannte Libretto stammt von Lorenzo Da Ponte.
Im Reither Kulturhaus wurde „Don Giovanni“ vergangenen Freitag mittels Hörbildern eindrucksvoll in Szene gesetzt. Martin Metzger schlüpfte dabei in die Rolle von Don Giovannis Diener Leporello. Als „Handlanger“ des Wüstlings bekommt er natürlich alles hautnah mit und dem Reither Publikum erzählte er die ganze Geschichte brühwarm weiter.

Wenige Handgriffe mit großartiger Wirkung

Reduziert auf das Wesentliche bekam die Aufführung in Reith eine ganz eigene Intensität. Die kunstvollen Szenenbilder im Hintergrund schufen im  wahrsten Sinne des Wortes „im Handumdrehen“ die passende Kulisse für das Geschehen, das sich durch die Kraft der Worte des Erzählers entspann.

An den Schlüsselstellen flochten Robert Jöchl an der Posaune und der großartige Felix Metzger am Klavier die passenden musikalischen Leitmotive ein.

Die Inszenierung bekam zudem durch die beeindruckenden und kreativen Kostüme von Birgit Metzger sowie den Einspielungen mit der Stimme Leopold Dallingers den allerletzten Schliff. Vor den Augen des Publikums erwachte die Stadt Sevilla somit mit einfachen, aber sehr effektvollen Mitteln zum Leben. Dort ist es, wo Don Giovanni seine Missetaten begeht.  Zu den Opfern seiner Begehrlichkeiten zählt unter anderem Donna Anna, deren Vater, der ehrenwerte Komtur, Rache nehmen will und im Duell getötet wird. Doch im „Schwarzbuch“ des Dieners Leporello sind noch andere Namen verzeichnet: Auch die unglückselige Donna Elvira muss erkennen, dass sie nicht die einzige ist, die beim Edelmann in zweifelhafter Gunst steht.

Während sie noch damit hadert, hat Don Giovanni bereits die nächste Eroberung im Auge. Von ihrem eigenen Hochzeitsfest komplimentiert er die arglose Zerlina fort, schließlich kommt es zum Eklat, dem sich Don Giovanni im letzten Augenblick entziehen kann.

Obwohl sich die Schlinge immer enger um seinen Hals zieht, ist Don Giovanni durch nichts zu bremsen. In seinem Hochmut lädt er sogar die Totenstatue des verstorbenen Komturs zum Essen ein. Die übersinnlichen Mächte lassen aber nicht mit sich spaßen und so finden die Taten des Wüstlings ein würdiges – und in der Reither Darbietung kunstvoll inszeniertes – Ende.

Im Anschluss konnten sich die Besucher noch selbst ein Bild von den tollen Kostümen machen, bei einer Vernissage mit Werken von Martin Metzger und einem andalusischen Büfett klang das dritte Reither Crossover stilecht aus. Lob für die Initiative kam von Bürgermeister Stefan Jöchl in seinen Grußworten. Elisabeth Galehr

 
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