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07.01.2019
News  
 

Ärger über „vergoldetes“ St. Johann

In St. Johann glänzt und funkelt es nicht nur zu Weihnachten – dank eines bisher unbekannten Sprayers erstrahlt die Marktgemeinde mancherorts in mehr oder weniger goldenem Glanze.

St. Johann | Gemeinderätin Claudia Pali (parteifrei) machte in der jüngsten Sitzung auf den Vandalismus in St. Johann aufmerksam. Diverse Müllkübel, Hauswände und Laternenpfähle sind mit goldenen Texten oder flächendeckend besprayt. „Beim Messpegel-Häuschen wurde sogar ein Fenster eingeschlagen“, zeigt Pali auf.

Kein Kavaliersdelikt, wie Bezirkspolizeikommandant Martin Reisenzein informiert. Es handelt sich dabei um eine Sachbeschädigung nach § 125 Strafgesetzbuch: „Wer eine fremde Sache zerstört, beschädigt, verunstaltet oder unbrauchbar macht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.“

Schmieraktionen an die Polizei melden

Eine Meldung bei der Polizei über den Vandalismus erfolgte bislang keine. „Nun werden wir aber Ermittlungen aufnehmen und die Sachbeschädigung an die Staatsanwaltschaft anzeigen. Es macht natürlich Sinn, derartigen Vandalismus anzuzeigen –  ansonsten erhält die Polizei keine Kenntnis davon“, erklärt Reisenzein, nachdem der Kitzbüheler Anzeiger die Fotos übermittelt hatte.  

Die  Klärung von Vandalenakten hängt oft von Zeugenaussagen ab. „Sollte also jemand beobachten, dass eine derartige Straftat passiert, wäre es für uns wichtig, dass sofort die Polizei verständigt wird“, bittet der Bezirkspolizeikommandant.

Streetworker und Projekte

Die St. Johanner Gemeindeführung will aber nicht nur auf die Einsicht aufgrund von Strafen, sondern auch auf Prävention setzen. „Es handelt sich dabei nach meinen Erfahrungen meist um Jugendliche, die sich ausdrücken wollen und ein Ventil suchen. Ich glaube, es wäre besser, wenn wir hier auch einen anderen Weg einschlagen, als nur zu strafen. Wir können Projekte ausarbeiten“, so GR Peter Wallner (Liste Soli/SP).

In dieselbe Kerbe schlägt GR Andreas Schramböck (Grüne): „Warum installieren wir nicht einen Streetworker? Es gibt immer wieder Jugendliche, die trotz Jugendzentrum durch das Netz fallen, die könnten wir dadurch auffangen.“ Die Grünen forcierten die Beschäftigung eines Streetworkers auch schon in ihrem Wahlprogramm 2016. „Da es Jugendliche gibt, die das reichhaltige Vereinsprogramm aus verschiedenen Gründen nicht annehmen können/wollen und sich auch schwertun, ins JUZ zu gehen, bräuchte es zusätzlich einen Sozialarbeiter, der direkt zu den Jugendlichen geht“, fordert GRin Maria Strele noch einmal via Presseaussendung.

„Graffitis haben  auch in St. Johann ihren Platz“

Der Kulturausschuss hat sich auch bereits Gedanken dazu gemacht und befunden, dass es in St. Johann durchaus Plätze gibt, wo Sprayer ihre Kreativität ausleben könnten. „Graffitis haben auf gewissen Flächen in St. Johann sicher ihren Platz“, betont Kulturausschussobfrau GRin Christine Gschnaller (JU-ST).

Bürgermeister Stefan Seiwald (VP) will das Thema in diversen Ausschüssen behandeln: „Ich finde die Ideen gut. Am Geld soll es nicht scheitern.“ Der Bürgermeister erwartet sich erste Ergebnisse aus den Ausschüssen in den nächsten zwei Monaten.

Sprayer-Kunstwerke kommen im Bezirk Kitzbühel immer wieder vor, berichtet die Polizei. „Es gibt derzeit aber weder in St. Johann, noch im restlichen Bezirk eine besondere Häufigkeit oder Auffälligkeit“, informiert Bezirkspolizeikommandant Reisenzein.
Johanna Monitzer

Bild: Der unbekannte Künstler hinterlässt in St. Johann goldene Spuren. Fremdes Eigentum zu besprayen ist kein Kavaliersdelikt, wie Bezirkspolizeikommandant Martin Reisenzein aufzeigt. Foto: Pali

 
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