27.04.2019
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Ärger über Schließungspläne

Mit einem erneut sehr guten wirtschaftlichen Ergebnis konnte das Bezirkskrankenhaus St. Johann das Jahr 2018 abschließen. Bereits zum fünften Mal in Folge erwirtschaftete das Haus schwarze Zahlen und war mit einem Plus von 2,8 Mio. Euro die erfolgreichste Tiroler Krankenanstalt.

Dennoch gab es bei der Krankenhaus-Verbandsversammlung lebhafte Diskussionen und großes Unverständnis für die Pläne des Landes, die Kinderstation in St. Johann zu schließen.
 
St. Johann | Nicht nur die positiven Zahlen standen bei der jährlichen Verbandsversammlung im Mittelpunkt, sondern vor allem das Unverständnis darüber, dass ausgerechnet ein medizinisch und wirtschaftlich gut geführtes Tiroler Krankenhaus jetzt von Schließungsplänen betroffen sein sollte.

Nicht bei Patienten und Mitarbeitern sparen

Der Unmut der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der 20 Verbandsgemeinden ist groß: „Die Verbandsversammlung des Bezirks-Krankenhausverbandes St. Johann hat sich geschlossen und vehement für den Erhalt der Kinderstation, aber auch gegen weitere Kürzungen der Leistungen in dem gut geführten und funktionierenden Bezirkskrankenhaus ausgesprochen“, so Verbandsobmann Paul Sieberer: „Wir sind nicht prinzipiell gegen Reformen, aber diese können nicht auf Kosten der Patienten und der Mitarbeiter unseres Hauses gehen – und es ist auch nicht einzusehen, dass ausgerechnet dort gespart werden soll, wo seit vielen Jahren erfolgreich gearbeitet wird.“

Obmann Paul Sieberer verweist aber auch darauf, dass es gute Gespräche mit dem zuständigen Landesrat gibt und er doch ein Einlenken des Landes auf Grund der guten Argumente zu Gunsten der Kinderstation erwartet.

St. Johann geht seit Jahren einen Weg der Modernisierung, so wurde bereits vor vier Jahren erfolgreich die Tagesklinik für alle operativen Fächer im Haus eingeführt – ein Weg, der jetzt in der Gesundheitspolitik flächendeckend forciert wird. „Wir waren dabei Vorreiter in Tirol“, erklärt Sieberer.

Erfolgreichstes Tiroler Krankenhaus

Zurück zu den Zahlen: Das Betriebsergebnis nach dem Tiroler Krankenanstaltengesetz ergab ein Plus von rund 2,8 Mio. Euro – das BKH St. Johann liegt damit an der Spitze aller Tiroler Krankenanstalten.

Das BKH St. Johann gehört heute zu den größten Arbeitgebern der Region. Der Personalstand am BKH stieg im Vorjahr erneut leicht an: 2018 waren am BKH durchschnittlich 546 Vollzeitbeschäftigte angestellt. Die gesamte Zahl der Beschäftigten – Teilzeitbeschäftigte eingerechnet – liegt bei 690 Personen.

2018 wurden am BKH 17.652 Patienten stationär, 72.099 Patienten ambulant behandelt. Die Entwicklung der Patientenzahlen in den letzten Jahren spiegelt einen allgemeinen Trend im Gesundheitswesen wider: Die Verschiebung von stationären zu ambulanten Behandlungen – auch die erfolgreiche Tagesklinik am BKH hat einen Anteil an dieser Entwicklung. Die Zahl der Neugeborenen lag 2018 bei 698 (2017: 730), St. Johann zählt damit zu den größten Geburtenstationen Tirols.

Die Jahresrechnung 2018 wurde am 18. April bei der Verbandsversammlung des Gemeindeverbandes Bezirkskrankenhaus St. Johann präsentiert und einstimmig beschlossen.

Bild: Freude über erneut gute Zahlen bei der Verbandsversammlung des Bezirks-Gemeindeverbandes BKH St. Johann am 18. April 2019 – aber Ärger über die Schließungspläne des Landes. Foto: Ritsch

 
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