22.03.2020
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Abruptes Ende der Skisaison

Die Nachricht kam für die heimischen Seilbahnbetreiber überraschend: Die Tiroler Landesregierung gab am 12. März bekannt, dass die Wintersaison mit 15. März endet. Die Skigebiete beendeten zum Teil ihre Dienstverhältnisse während einige noch mit Aufräumarbeiten bzw. Bautätigkeiten beschäftigt werden.

Bezirk | Eineinhalb Monate früher als geplant endete die Wintersaison für die Seilbahnen nicht nur im Bezirk, sondern in ganz Tirol sowie dem Rest von Österreich. Die Nachricht kam für die Seilbahnbetreiber vergangene Woche überraschend, das Saisonende durch einen Beschluss der Tiroler Landesregierung basierend auf das Epidemiegesetz ebenfalls. „Wir haben vollstes Verständnis für diesen Schritt, einziger Kritikpunkt von meiner Seite ist, dass es im Vorfeld gar keine Informationen zu diesen geplanten Schritten gab“, sagt Bergbahn AG Kitzbühel Vorstandsvorsitzender Josef Burger: „Nur wenige Stunden bevor das Aus kam, haben wir noch kräftig Werbung für unser Skigebiet gemacht.“

Ruhiges Wochenende zum Abschluss
Die Meldung über den frühzeitigen Saisonschluss wirkte sich auch auf das letzte Skiwochenende aus. „Neue Gäste kamen keine mehr an – dabei wäre die Buchungslage in unserem Einzugsgebiet sehr gut gewesen. Zudem blieben viele Tagesgäste aus dem bayerischen Raum aus“, erzählt Walter Eisenmann von der SkiWelt: „Es war deutlich ruhiger. Im Vergleich zu einem guten Sonntag, waren diesen Sonntag nur bis zu 15 Prozent in unserem Skigebiet unterwegs.“ In Kitzbühel nutzte noch ca. ein Drittel des Normalaufkommens die letzten beiden Skitage.
Die Köpfe lassen die Seilbahner aber trotz des frühen Saisonendes nicht hängen. „Wir haben allen unseren Mitarbeitern am Montag frei gegeben und danach starten wir mit dem Bau der neuen Gondelbahn in Söll“, erzählt Eisenmann. Das Dienstverhältnis mit den Saisoniers wurde beendet. Neben dem Abriss steht auch der Neubau an. „Die Firma Bodner hat bereits begonnen und es wurde vereinbart, dass unsere Leute die Arbeiten unterstützen“, erzählt Eisenmann.
Einen freien Tag bekamen auch die Mitarbeiter der Berg­bahn Pillersee. Wie in der SkiWelt und bei KitzSki wurden die Dienstverhältnisse mit den Saisoniers beendet. „Wir starten nun mit den Aufräumarbeiten und anderen notwendigen Arbeiten“, erklärt Markus Brudermann von der Bergbahn Pillersee. Revisionsarbeiten können nicht durchgeführt werden. „Dazu bräuchte es Leute vom TÜV und derzeit ist ein Kontakt nicht erlaubt“, erklärt Brudermann.

Mitarbeiter haben absoluten Vorrang
„Im Augenblick hat das Wohl unserer Belegschaft und die Stabilisierung unseres Unternehmens absoluten Vorrang. Wir haben den Umfang der geschäftlichen Tätigkeiten auf das absolute Minimum reduziert um der Gesundheit der Mitarbeiter höchste Priorität einzuräumen. Zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation, aber auch zur Reduzierung der Arbeitskontakte waren wir gezwungen, die mit 15. März befristeten Dienstverhältnisse, auslaufen zu lassen. Dabei handelt es sich um 270 Dienstnehmer. Das sind deutlich mehr als die Hälfte aller im Fahrbetrieb beschäftigten Personen“, erklärt BAG-Vorstandsvorsitzender Josef Burger.

Großer wirtschaftlicher Schaden
Für die Seilbahnen stellt der verfrühte Saisonschluss natürlich einen großen wirtschaftlichen Schaden dar. Während sich Eisenmann dabei noch nicht auf Zahlen festlegen will, kann Burger den Schaden benennen: „Der Einnahmenausfall kann sich je nach Dauer der Ausnahmesituation im heurigen Jahr auf bis zu 14 Millionen Euro belaufen. Zur Veranschaulichung des möglichen Einnahmenausfalls sei angeführt, dass sich dieser auf rund 25 Prozent des Umsatzes im heurigen Jahr belaufen könnte.“ Elisabeth M. Pöll

Per Erlass mussten die Skigebiete mit 15. März den Betrieb einstellen. Foto: Pöll

 
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