08.07.2016
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800 Jahre und kein bisschen leise

Mit einem großen Fest feierten die St. Johanner am vergangenen Wochenende das 800-jährige Bestehen ihrer Marktgemeinde. Bei den Festansprachen von LH Günther Platter und BM Stefan Seiwald wurden auch politische Töne angeschlagen.

St. Johann | Das vergangene Wochenende stand St. Johann ganz im Zeichen des 800-jährigen Bestehens. „Dieses Jubiläum ist nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch um Dank zu sagen“, erklärte Bürgermeister Stefan Seiwald in seiner Festrede. St. Johann habe viele Höhen und Tiefen erlebt, doch vor allem in den letzten Jahrzehnten einen immensen Aufschwung erlebt.

Landesüblicher Empfang auf dem Kirchplatz

Der Auftakt der Feierlichkeiten auf dem Kirchplatz war ein landesüblicher Empfang, der von den Traditionsvereinen – allen voran den Feller Schützen – gestaltet wurde. Nach dem Abschreiten der Ehrenformation durch Erzbischof Franz Lackner, LH Günther Platter und Bgm. Seiwald fand in der Kirche ein von acht Priestern zelebrierter Festgottesdienst statt. Ein weiterer Höhepunkt des Festaktes war die Enthüllung der Gedenktafel in Erinnerung an Andreas Augustin und Anton Georg Feller – die beiden St. Johanner waren nicht nur Wirte des „Bräuwirtes“ und Bierbrauer, sondern vor allem auch berühmte Freiheitskämpfer und inzwischen Namenspatrone der St. Johanner Schützenkompanie. Die Segnung der Tafel nahm Erzbischof Lackner vor, für den diese auch ein Mahnmal „gegen Gewalt und Krieg“ darstellt.

Bevölkerung in St. Johann verdoppelt

In seiner Rede ging Bgm. Seiwald auch auf die rasante Entwicklung der Gemeinde ein: Lebten in der Gemeinde in den 1970er-Jahren noch 4000 Einwohner sind es heute bereits über 9000 Menschen, die in St. Johann leben. „Wir sind damit die größte Gemeinde im Bezirk und die inzwischen zehntgrößte Tirols“, ist Seiwald stolz. Der Ort sei nicht nur zum Wirtschaftszentrum des Bezirkes geworden, sondern habe sich auch als Bildungs- sowie medizinisches Zentrum etabliert. Eine klare Ansage Seiwalds gab es auch hinsichtlich der Kaserne, deren mögliche Schließung ebenfalls schon diskutiert wurde. Er werde sich mit aller Vehemenz dafür einsetzen, dass der Standort erhalten bleibe, habe die Kaserne doch gerade in den letzten Jahren aufgrund der Katastrophen und der damit verbundenen Hilfe durch das Bundesheer noch mehr an Stellenwert bekommen.

Seiwald sprach auch seinen Dank an den Landeshauptmann aus, vor allem für dessen Verständnis, „dass ich manchmal mit aller Vehemenz für St. Johann eintreten muss“, und betonte „dass aber auch in Zukunft noch große Herausforderungen auf uns zu kommen.“  Besonders stolz sein könne St. Johann aber darauf, so der Marktchef, dass sich St. Johann „seinen dörflichen Charakter bewahrt hat“.

LH Günther Platter: „Kaserne erhalten“

Trotz seines Alters sei St.Johann „noch immer frisch und dynamisch“, meinte LH Platter in seiner Rede und meinte aufgrund der Schönheit der Gemeinde, dass  „die Bischöfe vom Chiemsee schon gewusst haben, warum sie hier ihre Sommerresidenz hatten“. Auch der Tiroler Landeschef gab ein klares Statement für den Erhalt der Kaserne ab: „Der Standort muss erhalten bleiben.“ Platter zeigte überdies auch Verständnis für die Vehemenz des Bürgermeisters, wenn es um das Wohl St. Johanns geht. Ein Dank kam von Platter auch hinsichtlich der Flüchtlingsfrage, die in St. Johann inzwischen gelöst ist. Nach dem feierlichen Festakt ließen die St. Johanner dann ihr Jubiläum gemütlich ausklingen.
Margret Klausner

Bild: Abschreiten der Ehrenformation: BM Stefan Seiwald, LH Günther Platter und Erzbischof Franz Lackner (v.l.).

 
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