24.04.2020
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80 Prozent der Geschäfte wieder offen

Seit vergangenem Dienstag darf ein Teil der Einzelhandelsgeschäfte wieder aufsperren. Das bedeutet für die Branche zwar einen kleinen Schritt zurück ins Geschäftsleben, dennoch ist der Handel weiterhin massiv von den Folgen des Coronavirus betroffen, wie Kitzbühels Wirtschaftskammer-Obmann Klaus Lackner verdeutlicht.

Bezirk | „Derzeit haben rund 80 Prozent der Einzelhandelsgeschäfte in unserem Bezirk wieder geöffnet, wobei es aber an Kundenfrequenz und Umsatz – je nach Geschäftstyp – noch fehlt.“ Die Skala der Resonanz reicht dabei von „recht zufriedenstellend“ bis „ganz schwach“. Die Kunden fragten in der vergangenen Woche vermehrt Sportartikel oder Kindersachen bzw. Spielzeug nach. Bei Kleidung hielten sie sich jedoch zurück.  
Für Schlagzeilen hatte vor allem der große Andrang bei den Baumärkten gesorgt, doch das spiegle in keinem Fall die Mehrheit der Branche wider, wie auch der Obmann des Tiroler Handels, Martin Wetscher, betont. „Der Handel kommt massiv unter die Räder“, hält Klaus Lackner ergänzend fest.
Im Vorfeld hatte es bei den Unternehmern massive Unsicherheiten gegeben – vor allem hinsichtlich der Planbarkeit. Ganz zu schweigen vom Unmut der größeren Anbieter, die gar nicht erst aufsperren dürfen.

Hilfsmaßnahmen dringend benötigt
Der Unsicherheitsfaktor und nach wie vor nur spärliche Umsätze ziehen sich weiter fort. Martin Wetscher fasst die Lage in Worte: „Das ist vor allem in Branchen ein enormes Problem, in denen ein Großteil der Waren für heuer bereits bestellt und vorfinanziert wurde – etwa im Mode- und Sportartikelhandel. Aktuell wird das in den geplanten Hilfspaketen des Staates nicht berücksichtigt. Es braucht dringend Maßnahmen, die speziell auf die Anforderungen im Handel zugeschnitten sind. Nur so können unsere Unternehmen liquide bleiben. Andernfalls droht vielen Händlern und damit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein jähes Aus.“
Wirtschaftskammerobmann Klaus Lackner bescheinigt der Regierung zwar, einen guten Job gemacht zu haben, was die Eindämmung des Virus betrifft. „Dennoch gibt es den Wermuts­tropfen, dass unsere Regierung zwar viele Hilfsmaßnahmen in Milliardenhöhe angekündigt hat, aber nach vier Wochen erst ca. 10 Prozent tatsächlich bereits finanzielle Hilfe erhielten. Besonders der Mittelstand hat bisher noch nichts von einer finanziellen Unterstützung gesehen.“ Doch gerade der Mittelstand sei es, der das Rückgrat des Landes bildet. Viele Unternehmer zeigten sich zudem verärgert über die „bürokratischen Hürden bei der Kurzarbeit, dem Härtefallfonds und anderen Hilfen des Rettungsschirms“, so Lackner.

Zuspruch der Stammkunden
Die Zeit der Totalsperre war für den Handel eine enorme Herausforderung. Viele Unternehmer stellten sich ihr und „beschäftigten sich mit der Handelslandschaft der Zukunft“, freut sich Lackner. Innovative Serviceleistungen, Lieferdienste und ein verstärktes Onlineangebot waren dabei die Mittel der Wahl.
Der regionale Gedanke rückt verstärkt in den Vordergrund – auch bei den Konsumenten. „Erfreulich war, dass der Facheinzelhandel von zahlreichen treuen Stammkunden besucht wurde. Sie demonstrierten damit ihre Unterstützung in diesen schwierigen Zeiten. Diese Stammkundentreue freut uns und ist sehr viel wert.“ Martin Wetscher ergänzte, dass generell alle Kunden sehr viel Disziplin bei der Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen bewiesen haben. „Diese Disziplin ist auch dringend notwendig, weil wir nur so Corona rasch besiegen und die Krise hinter uns lassen werden können“, so Wetscher.

Appell: „Kauft regional ein“
Er zeichnet ein drastisches Bild von der Situation des stationären Handels durch Corona.  „Es ist zu befürchten, dass viele Handelsunternehmen dem Corona-Virus zum Opfer fallen und damit auch ganze Innenstädte mitsterben werden.“
Daher ergeht der dringende Appell, nicht nur von Kitzbühels Wirtschaftskammerobmann Klaus Lackner: „Kauft und bestellt regional, also bei unseren Fachhändlern im Bezirk. Dabei helft ihr unseren Betrieben, diese Krise zu überstehen und Arbeitsplätze zu sichern.“ Elisabeth Galehr

Seit etwas mehr als einer Woche darf ein Teil der Einzelhandelsgeschäfte wieder offen halten. Die bisherige Zwischenbilanz ist durchwachsen, es gab aber Zuspruch der Stammkunden, wie Klaus Lackner resümiert. Foto: Galehr

 
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