07.02.2020
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78 Fehlalarme sorgen für Ärger

Auf ein arbeitsreiches Jahr konnte die Stadtfeuerwehr Kitzbühel bei der Jahreshauptversammlung am 31. Jänner zurückblicken. 215 Einsätze absolvierte die 111 Personen starke Truppe. Ein großes Ärgernis stellt die zunehmende Zahl der Fehlalarme dar, die im Vergleich zum Vorjahr wieder zunahm.

Kitzbühel | Die Zahl der Einsätze bei der Stadtfeuerwehr Kitzbühel ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. 2018 waren es noch 200 Alarmierungen, im Vorjahr 215. Das Einsatzspektrum war dabei bunt gefächert: tierische Einsätze wie Bergungen von Katzen und Schlangen, aber auch die Bergung der Stute Betty standen ebenso an, wie die Brandbekämpfung. 103 Mal wurde die Feuerwehr Kitzbühel zu einem Brandeinsatz gerufen. Dabei war der Großbrand in Gundhabing eine besondere Herausforderung für die Feuerwehrleute, die ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbargebäude verhindern konnten. Zur Nachbarschaftshilfe beim Großbrand einer Tischlerei in Itter wurden die Kitzbüheler ebenso gerufen. Aber auch Gefahrenguteinsätze standen an: In Ellmau und Kirchberg kam es zu Chlorgasaustritten, die von der FF Kitzbühel behoben wurden. Dazu kamen noch zahlreiche technische Einsätze durch die große Schneelast im letzten Winter, bei Verkehrsunfällen und bei der Hilfe von Personenrettungen oder der Bindung von Ölspuren. Zudem absolvierte die Feuerwehr noch sechs Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen.
Somit war die Feuerwehr Kitzbühel im vergangenen Jahr 2.663 Stunden mit 2.353 Einsatzkräften im Dienst und legte mit den zehn Feuerwehrfahrzeugen 2.301 Kilometer zurück.  

Zahl der Fehlalarme stieg weiter an
Zeit zum Handeln sieht Kitzbühels Feuerwehrkommandant Alois Schmidinger bei den Fehlalarmen und forderte klare Änderungen: „Dabei denke ich nicht an eine Erhöhung der Gebühren auf 600 Euro pro Fehlalarm, sondern an eine Änderung der gesetzlichen Vorschriften für die Anlagenbetreiber.“ Schmidinger erklärt, dass es in den weitläufigen Hotelbetrieben oft für die Mitarbeiter nicht möglich ist, in den vorgegebenen Zeiten Nachschau zu halten und anschließend zu stornieren. Der Kitzbüheler Kommandant plädiert für eine Zweimelder-Abhängigkeit – erst wenn zwei Melder anschlagen, wird direkt die Feuerwehr verständigt. „Der Alarm bleibt ja im Hotel, Brandschutzbeauftragte sind vorhanden, kümmern sich um den Vorfall und eine gewisse Eigenverantwortung soll es ja auch noch geben. 95 Prozent der Fehlalarme könnten so vermieden werden“, sagt Schmidinger.
In Kitzbühel gab es im vergangenen Jahr 78 Fehlalarme und damit waren 123 Einsatzstunden umsonst und 202 Kilometer wurden sinnlos gefahren.
Die Problematik mit den Fehlalarmen und deren Anstieg kennt auch Bezirksfeuerinspektor Bernhard Geisler, jedoch sieht er für die Umsetzung der Zweimelder-Regelung eine große bürokratische Hürde. Für Geisler ist auch der Anstieg der Einsätze bedenklich. „Es wird alles der Feuerwehr aufgelastet, vielleicht sollte man bei der Leitstelle eine andere Abfolge starten“, so Geisler.

Auf der Suche nach der Feuerwehrjugend
Die Feuerwehr Kitzbühel plagt die Nachwuchssorge. Derzeit sind noch sechs Mitglieder in der Feuerwehrjugend, doch diese werden in absehbarer Zeit in den Aktivstand übergehen. Daher will man nun kräftig die Werbetrommel für die Feuerwehrjugend rühren. Interessierte können sich jederzeit bei Kommandant Alois Schmidinger oder einem Mitglied der Feuerwehr melden.

Ehrungen
Natürlich standen heuer auch wieder Ehrungen auf der Tagesordnung. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden Christian Pan, Peter Überall und Markus Wenigwieser ausgezeichnet. 40 Jahre gehört Kommandant Alois Schmidinger nun der Feuerwehr an und für 50 Jahre wurden Edi Reiterer und Ludwig Wagstätter geehrt. Seit 60 Jahren gehören Herbert Haselwanter und Josef Schett der Feuerwehr an. Elisabeth M. Pöll

Andreas Reisch (Vize-Kommandant), Alois Schmidinger (Kommandant), die Geehrten Herbert Haselwanter und Josef Schett, Bernhard Geisler (Bezirksfeuerinspektor), Alexander Bachler (Abschnittskommandant) und Bürgermeister Klaus Winkler (v.l.). Foto: Pöll

 
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