06.11.2016
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72-Stunden-Grenze erreicht

Zwischen 190.000 und 200.000 Kubikmeter Volumen hat der neue Speicherteich der Bergbahnen Westendorf, der heuer gebaut wurde. Somit kann theoretisch das gesamte Skigebiet innerhalb der magischen 72 Stunden beschneit werden.

Westendorf | Ein gigantisches Projekt wurde während der Sommermonate zwischen dem Brechhorn und dem Kreuzjöchl realisiert. Der bestehende Kreuzjöchlsee, der im Jahr 1998 gebaut wurde, wuchs in seiner Dimension deutlich an. 140.000 Kubikmeter Material wurden bewegt, das Volumen des Speichersees stieg von den bisher 60.000 Kubikmeter auf bis zu 200.000 Kubikmeter an. Während der Bauphase wurden täglich circa 7.500 Kubikmeter Material bewegt. Das Aushubmaterial fand auch gleich am Berg wieder einen neuen Wirkungsbereich. Es wurde für Verbesserungen im Pistenbereich eingesetzt.

Im Zuge der Bauarbeiten für den neuen Speichersee wurde aber auch schon mit der Renaturalisierung begonnen. „Die naturnahe Gestaltung ist uns sehr wichtig. Mit Balthasar ‚Hauser‘ Bacher haben wir hier wirklich einen Profi am Werk“, erzählt Bergbahn Geschäftsführer Hansjörg Kogler. Die naturnahe Gestaltung wird aber erst im kommenden Jahr fertiggestellt.

Gespeist wird der neue Speichersee mit dem Wasser aus der Windauache. Im Frühjahr fließt aber auch das Schmelz­wasser in den See. Damit aber auch im Frühjahr, wenn die Wandersaison beginnt, der See schon gefüllt ist, wird Wasser hochgepumpt.

Deutliche Verbesserung der Beschneiung

Mit dem neuen, deutlich größeren Speichersee ist es nun möglich, das Westendorfer Skigebiet innerhalb der „magischen“ 72-Stunden zu beschneien. „Es ist nicht so, dass wir zuvor zu wenig Wasser am Berg hatten, jedoch stand es den Schneeerzeugern nicht zeitgleich zur Verfügung“, erzählt Kogler.

Ein größerer Speichersee allein reicht aber nicht für die Verbesserung der Schlagkraft einer Schneeanlage aus. Es wurde zudem eine neue Pumpstation gebaut, die mit einer Wasserreinigungsanlage, einer Filteranlage, einer UV-Anlage und einer Kühlanlage ausgestattet ist. Dadurch konnte auch die Pumpleistung kräftig erhöht werden. Bisher konnten 190 Liter pro Sekunde in das Skigebiet gepumpt werden, mit der talnahen Beschneiung erreicht man nun in Westendorf 1.000 Liter pro Sekunde. Im Bergbereich liegt der Wert bei 760 Liter pro Sekunde.

Verbesserung bei Schneeerzeugern

Investiert wurde aber auch in die Schneeerzeuger. 64 Propellermaschinen sowie zehn neue Lanzen wurden angekauft. Zudem wurde auch in die bestehenden Lanzen investiert. Bei 199 Stück wurde der Lanzen­kopf ausgetauscht. „Das ist vor allem aus Energiespargründen geschehen“, erzählt Kogler und verweist darauf, dass die neue Technologie der Lanzenköpfe einen deutlich niedrigeren Stromverbrauch hat. Im Westendorfer Skigebiet sind insgesamt 365 Schneeerzeuger im kommenden Winter im Einsatz.

Investiert wurde seitens der Bergbahnen Westendorf auch in das Leitungsnetz. Insgesamt wurden 3,9 Kilometer an Leitungen verlegt. „Wenn wir jetzt alle Schneeerzeuger zeitgleich einschalten, werden auch alle mit Strom und Wasser versorgt“, erzählt Kogler.

Weitere Investitionen geplant

„Der neue Speichersee bringt eine tolle Verbesserung für unser Skigebiet und im Hinblick auf weitere Investitionen werden die kommenden Jahre den Weg weisen“, gibt sich Hansjörg Kogler optimistisch. Angedacht ist für 2019 das Projekt Fleiding, aber auch im Pistenbereich plant die Bergbahn Westendorf Verbesserungen.

Das heurige Investitionsprogramm wird mit 11,5 Millionen Euro beziffert. Dabei beteiligen sich der Tourismusverband Westendorf mit 500.000 Euro und die Gemeinde Westendorf mit 400.000 Euro an dem Projekt.
Elisabeth M. Pöll

 
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