15.04.2019
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27,5 Millionen für Fleckalmbahn

Die Fleckalmbahn in ihrer jetzigen Form ist bald Geschichte. Am 14. April werden die Gondeln zum letzten Mal in den Bahnhof einfahren – danach wird der Betrieb eingestellt und tags darauf mit den Abrissarbeiten begonnen. Eine neue 10 EUB Comfortline S wird der 6er-Gondelbahn folgen. Die Kosten belaufen sich auf 27,5 Millionen Euro.  

Kirchberg | Am 8. Dezember 1984 ging die Fleckalmbahn in Betrieb. 35 unfallfreie Jahre später, mit 90.000 Betriebsstunden und rund 30,5 Millionen Fahrgästen, hat die Bahn ausgedient. Am 14. April fährt die Fleckalmbahn zum letzten Mal und wird mit einem Fest verabschiedet. Tags darauf, am 15. April, wird mit dem Abriss der Talstation begonnen. Nach nur acht Monaten Bauzeit wird am 14. Dezember die neue Fleckalmbahn in Betrieb gehen.

Was kommt ist eine 10 EUB Comfortline S von Leitner ropeways, die dem Fahrgast höchsten Komfort bietet. Ergonomisch geformte Einzelsitze mit Vollleder-Bezug und Sitzheizung, dazu sind die Sitze auch noch breiter, machen die Fahrt angenehmer. Dazu sorgt eine großzügigere Türbreite für ein bequemes Ein- und Aussteigen.

Für mehr Fahrkomfort wird auch das neue, dickere Seil sorgen. „Der Seilquerschnitt wird künftig 60 anstelle von 50 Millimeter betragen und auch abgeflacht sein. Dadurch hat es einen geringeren Widerstand, eine größere Laufruhe und ist auch energieeffizienter“, erklärt Berg­bahn-Vorstand Josef Burger.

Die schnellste Seilbahn Österreichs

Mit einer Geschwindigkeit von sieben Meter pro Sekunde wird die neue Fleckalmbahn die schnellste Einseilbahn Österreichs sein. Für Bergbahn-Vorstand Josef Burger zählt in erster Linie aber nicht die Geschwindigkeit, sondern die Beförderungskapazität. „Bei der neuen Bahn haben wir nur noch 96 anstelle der bisherigen 200 Fahrbetriebsmittel. Durch die höhere Personenkapazität, künftig zehn Personen pro Gondel, können wir gleich viele Personen im gleichen Zeitraum befördern und zudem noch Energie einsparen“, erklärt Burger. 75.000 Kilowattstunden weniger werden aufgewendet. Zudem verkürzt sich die Beförderungszeit von 13,5 Minuten auf 9,7 Minuten.

Qualität übertrumpft Quantität

„Viel Besser - Nicht Größer“ ist das Motto der Bergbahn AG Kitzbühel auch bei diesem Projekt. Die Beförderungskapazität steigert sich bei der neuen Fleckalmbahn nur minimal. Anstelle von 2.400 Personen erreichen ab kommenden Winter 2.590 Personen über die Fleckalmbahn das Skigebiet. „Wenn wir mit der Kapazität nach oben gehen würden, bräuchten wir auch mehr Gäste und folglich auch mehr Pistenflächen, ansonsten würde die Qualität darunter leiden“, erklärt Burger. Dadurch ist eine Ausweitung der Pistenflächen nicht erforderlich.

Ein besonders verantwortungsbewußter Umgang mit der Beförderungskapazität mit höchstem Komfort für den Fahrgast und seilbahntechnische Innovationen sind die klare Positionierung des größten Einzelprojektes der Bergbahn AG Kitzbühel.

Hangseitiger Verlauf verringert Windanfälligkeit

Einer der Hauptgründe für den Neubau der Fleckalmbahn ist die Windanfälligkeit. Während die alte Bahn am Bergrücken verlief, rückt man jetzt auf die Lee-Seite im Hang ab und erreicht damit mehr Windstabilität. Die zulässige Seitenwindkomponente steigt damit von 40 km/h auf 70 km/h. „Das haus­interne Technikteam unter der Leitung von Florian Wörgetter hat sehr gute Arbeit geleistet. Das Projekt wurde sehr gut ausgearbeitet und ist eine gute Grundlage für die neue Bahn“, ist Josef Burger überzeugt. Neu positioniert wird auch die Bergstation, die an die Bergstation der Ochs­almbahn angebaut wird.

Die Stationen werden minimalistisch und funktionell gestaltet. In der Talstation wird neben dem Infrastrukturgebäude auch ein Sportshop mit nachfragegerecht dimensioniertem Skidepot entstehen sowie eine Garagierung für die Gondeln, die zur Hälfte auch in der Bergstation eingefahren werden. Am Berg wird zudem noch eine Pistendienst-Einsatzzentrale geschaffen.

Das Verkehrssystem wird optimiert

Mit dem Bau der Fleckalmbahn wird auch das Verkehrssystem und die Parkplatznutzung optimiert. Bereits nach der Einfahrt wird künftig der öffentliche und Individualverkehr getrennt. Für den Pkw-Verkehr wird eine eigene Fahrspur am Parkplatz geschaffen, um einen Rückstau auf die B171 zu vermeiden. Für die Ski-Busse gibt es künftig drei Haltestellen. Des weiteren werden fünf Taxistandplätze eingerichtet. Das neue Parkraumkonzept wird bereits heuer errichtet, die komplette Fertigstellung (Belagsschicht) erfolgt im nächsten Jahr.
Bei den Bauarbeiten ist die Bergbahn AG Kitzbühel sehr um den Umweltschutz bemüht. In Rücksicht auf die Vogelbrut wurden die Rodungsarbeiten bereits durchgeführt. Die bestehende Trasse wird, in Absprache mit den Grundbesitzern, wieder aufgeforstet.
Elisabeth M. Pöll

Bild: Die neue Talstation der Fleckalmbahn. Die Eröffnung ist am 14. Dezember 2019 geplant. Copyright: Michael Werlberger

 
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