11.01.2018
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2018 geht‘s „zurück in die Zukunft“

Es herrscht Aufbruchstimmung unter den Unternehmern – das betonten sowohl Tirols Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer als auch Kitzbühels WK-Obmann Klaus Lackner.

Kitzbühel  | Diesen Rückenwind – sowohl was die Konjunktur als auch die Stimmungslage betrifft – will die Kammer nutzen, um die Digitalisierung weiter voranzutreiben und den grassierenden Fachkräftemangel zu bekämpfen.

Das Zauberwort dabei heißt Bildung. „Zahlreiche Initiativen, wie das Berusfestival, die Berufschallenge, die Berufsmessen und die Abschlussfeier des Lehrlingswettbewerbs zeigen schon erste Früchte“, freut sich Lackner. Nun soll die Berufsorientierung weiter forciert werden.

Schnupperwochen im Betrieb

Die Wirtschaftskammer Kitzbühel will erreichen, dass bereits die Schüler der 2. Klassen der Neuen Mittelschulen im Bezirk mit Schnupperwochen in den Betrieben beginnen. „Das Interesse an einer Lehre oder einem handwerklichen Beruf muss geweckt werden“, unterstreicht Lackner. Er ortet aber bereits wieder eine kleine Trendwende – die duale Ausbildung legt an Stellenwert wieder zu. Maßnahmen, wie etwa die „Lehre mit Matura“ erweisen sich als attraktiv und sorgen dafür, dass niemand für die Lehre „verloren gehen“ muss, der eine Matura anstrebt.

Eine entsprechende Bildungsoffensive wird auch vom Land mitgetragen, wie Landesrätin Beate Palfrader anlässlich des Neujahresempfangs der Wirtschaftskammer bestätigte, denn: „Bildung ist von wesentlicher Bedeutung für den Wirtschaftsstandort.“

Der heurige Winter mit seinem frühen Schneefall hat den ohnehin jährlichen Facharbeiter-„Notstand“ weiter verschärft. „Schon im Herbst sind viele hilfesuchend zu uns gekommen“, schildert Lackner. Daher fordern sowohl Lackner als auch Bodenseer vehement „neue Regeln für den Arbeitsmarkt, wie Zugangsregeln für Fachkräfte aus dem Drittstaatenbereich, damit der Bedarf an Facharbeitern abgedeckt werden kann“, präzisiert der Obmann.

Die Wirtschaftskammer-Vertreter orten zudem noch eine weitere Möglichkeit, um Personal zu bekommen: „Die neue Regierung muss die Zumutbarkeitsbegrenzung herunter schrauben.“ So könnten etwa auch Arbeitslose aus anderen Bundesländern die offenen Stellen in Tirol besetzen.

Digitalisierung als Zukunftsfrage

In Sachen Digitalisierung gilt: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Daher wird auch im Bezirk der Breitbandausbau mit vollem Elan weiter vorangetrieben. So verweist die Wirtschaftskammer auf ein Projekt in Waidring, wo die Gemeinde gemeinsam mit einem Netzbetreiber eine Breitband-Erschließung samt Beleuchtung realisieren will.

„Aber insgesamt geht der Ausbau zu langsam“, so Lackner, denn: „Bei einer Umfrage unter Unternehmen haben wir ca. 100 Rückmeldungen erhalten, die von teils großen Problemen berichten.“ Aber nicht nur die Verbindung an sich zählt zu diesem Schwerpunkt, auch die Digitalisierung selbst, die ja in jede Branche Einzug hält, beschäftigt die Kammer. Um den Mitgliedern dieses Themenfeld näherzubringen, plant die Wirtschaftskammer für heuer den „Digitalisierungsbroker“. Zwei Musterbetriebe aus dem Bezirk werden dabei von der FH Kufstein auf ihr Digitalisierungspotenzial analysiert. Die Ergebnisse werden dann als „Best-practice“-Beispiele für die anderen Unternehmer zur Verfügung gestellt.

Auch im Digitalisierungsfeld soll zudem verstärkte Ausbildung zum Tragen kommen, wie die Direktorin der WK Tirol, Evelyn Geiger-Anker, bestätigt. Und abschließend ergänzte Präsident Bodenseer: „Digitalisierung ist ein wichtiges Thema, gerade für die Frauen.“

Denn gemeinsam mit der Flexibilisierung biete sie u.a. verbesserte Chancen für Arbeitnehmerinnen, Beruf und Familie gut zu vereinbaren. Elisabeth Galehr

Bild: Digitalisierung ist neben der Bekämpfung des Fachkräftemangels einer der Schwerpunkte des heurigen WK-Jahres, wie Bezirksobmann Klaus Lackner, Direktorin Evelyn Geiger-Anker und Präsident Bodenseer (v.l.) bestätigen. Foto: Galehr

 
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