10.05.2016
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14 Millionen für sichere Zukunft

Mit den Errichtung der Schutzbauten im Brixenbach startete die Wildbach- und Lawinenverbauung ein Großprojekt. Der Bach wird in den nächsten 14 Jahren mit einem Gesamtvolumen von 14,03 Millionen Euro hochwassersicher gemacht.

Brixen | Den 3. August 2014 wird Brixens Bürgermeister Ernst Huber so schnell nicht vergessen. Nachdem bereits drei Tage zuvor ein Hochwasser zu Bachbetteintiefungen führte, sorgten lokale Hagelzellen im hinteren Einzugsgebiets des Brixenbaches für ein neuerliches Hochwasser, bei dem die Verbauungen zerstört wurden. Es kam zu Bachausbrüchen und das Geschiebeablagerungsbecken wurde verlandet. Der Ortsteil Winkl war in Gefahr.

Die bestehende Verbauung hatte ihre Funktionsfähigkeit bei diesem Hochwasser voll erfüllt, allerdings wurden einige der bestehenden Verbauungen aufgrund ihres Alters und der Dynamaik des Hochwassers zerstört. Durch das schnelle Eingreifen von Feuerwehr und Wildbach- und Lawinenverbauung konnte aber Schlimmeres verhindert werden.

Tage, an die sich Brixens Bürgermeister Ernst Huber noch lange erinnern wird. Doch mit dem Spatenstich für die neue Verbauung des Brixenbaches werden Maßnahmen gesetzt, um den Ortsteil Winkl samt seiner Bürger vor Hochwasser und Vermurung zu schützen.  

Planungen begannen bereits 2013

Die Verbauung des Brixenbaches hat eine lange Geschichte. Bereits 1908 wurden hier Maßnahmen gesetzt, um den angrenzenden Ortsteil zu schützen. Der Zahn der Zeit nagte bereits an den Bauten und so entschloss man sich diese zu erneuern. Mit der Projektierung wurde im Jahr 2013 begonnen.

Mit den Baumaßnahmen im Brixenbach wird in erster Line der Ortsteil Winkl mit seinen zahlreichen Häusern geschützt. In der gelben Wildbachgefahrenzone des Brixenbaches liegen 218 Privatgebäude, drei Gewerbebetriebe und sieben Fremdenverkehrsbetriebe. Des Weiteren sind ein Bauernhof, Gemeindestraßen und Infrastruktureinrichtungen durch den Brixenbach gefährdet.

Umfangreiche Maßnahmen geplant

Mit einem Einzugsgebiet von 9,3 Quadratkilometern und einer mobilisierbaren Geschiebemenge von 48.000 Kubikmetern hat der Brixenbach ein großes Gefahrenpotential. Für eine langfristige Sicherung des Siedlungsraumes vor Überschwemmungen und Vermurungen wurde eine funktionale Maßnahmenkette ausgearbeitet. Es wird eine Sanierung und Erweiterung der Unterlaufregulierung samt Brücke getätigt, der Wildholzrechen wird erneuert, die bestehende Balkensperre wird zu einer Geschiebedosiersperre umgebaut, zudem erfolgt der Neubau der Sperrenstaffelung im Mittel- und Oberlauf. Außerdem erfolgen Schutzwaldsanierungsmaßnahmen, um einen schutzfunktionalen Wald zu erhalten.

Umgesetzt werden die Maßnahmen von der Mündung bachaufwärts. Die Bauzeit wird mit 14 Jahren beziffert, die Fertigstellung auf das Jahr 2029 angesetzt. Die Gesamtkosten für das Projekt werden mit 14,03 Millionen Euro beziffert. Wie Gebietsbauleiter Andreas Haas beim Spatenstich vergangene Woche informierte, werden sich Bund, Land und Gemeinde die Kosten teilen. Der Bund übernimmt 58 Prozent, das Land 20 Prozent und die verbleibenden 22 Prozent hat die Gemeinde zu entrichten.

Herausforderung gewandelt

Landesrat Josef Geisler schilderte den Wandel der Herausforderungen bei der Wildbach- und Lawinenverbauung. „Bei den Lawinen sind die Maßnahmen eher rückläufig, die Aufgaben in der Wildbachverbauung bleiben und sind auch wichtig. Wir investieren hier in die Sicherheit“, erklärt Geisler. Ebenso hebt Minister Andrä Rupprechter den hohen Stellenwert der WLV hervor. „Die Unwetter haben viel mit dem Klimawandel zu tun und der Klimawandel findet auch statt. Die Häufung der Starkregen­ereignisse machen Klimawandel­anpassungsstrategien notwendig um die Siedlungsräume zu schützen“, sagte Rupprechter und versicherte, dass es seitens des Bundes zu keinen Kürzungen für die WLV kommen dürfe.
Elisabeth M. Pöll

Bild: LAbg. Josef Edenhauser, Gebhard Walter (WLV Sektionsleiter Stv.) LR Josef Geisler, Minister Andrä Rupprechter, Bürgermeister Ernst Schwaiger und Gebietsbauleiter WLV Andreas Haas nahmen den Spatenstich für das Großprojekt Brixenbach vor. Foto: Pöll

 
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