02.08.2018
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12,5 Prozent Umsatzplus bei Egger

Ein Rekordergebnis konnte die Egger-Gruppenleitung vergangene Woche präsentieren: Der Umsatz des Holzwerkstoffe-Herstellers stieg um 12,5 Prozent auf 2,68 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (EBITDA) um 22,6 Prozent auf 445,8 Millionen Euro.

St. Johann  | Thomas Leissing, Sprecher der Egger-Gruppenleitung, fasst zusammen: „Wir haben ein ereignisreiches Jahr mit sehr vielen Höhen hinter uns.“ Die starke Konjunktur machte sich auch bei Egger bemerkbar. In allen Unternehmensbereichen wurden Zuwächse verzeichnet, den größten Anteil an den Umsätzen hatten die „Egger Decorative Products“. Mit den neuen Kapazitäten und verbesserten Auslastungen in der Produktion steigerte Egger die Menge der Rohplatten inkl. Schnittholz um 6,5 Prozent auf 8,5 Millionen Kubikmeter. Das entspricht einer Vollauslastung.

Rekordsumme investiert

Die Eigenkapitalquote von Egger beträgt starke 40,5 Prozent. Eine Kapitalisierung erfolgte zudem über eine Hybrid-Anleihe (eine eigenkapitalähnliche, nachrangige Unternehmensanleihe mit sehr langer Laufzeit, Anm. d. Red.), die „erfolgreich platziert wurde“, so Leissing.  150 Millionen Euro wurde mit diesem Instrument eingesammelt.  Mit dieser komfortablen Position ließen sich weitreichende Investitionen umsetzen. Insgesamt investierte das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr die Rekordsumme von 483,8 Millionen Euro und steigerte damit das Volumen beträchtlich (Vorjahr: 259,2 Millionen Euro).

Der Löwenanteil dieser Investitionen entfiel mit  413,3 Millionen Euro auf die laufenden Projekte der Gruppe für neue und auch bereits bestehende Werke. Wie bereits berichtet übernahm Egger im Oktober 2017 das Werk Concordia in Argentinien. Der erste außereuropäische Egger-Standort mit ca. 500 Mitarbeitern konnte bereits „einen schönen Beitrag“ zum Ergebnis liefern, wie Leissing unterstrich. Mit der Akquise konnte Südamerika als Markt dazugewonnen werden.

Zwei weitere Standorte befinden sich derzeit im Bau oder in Planung. Schon relativ weit ist man in Polen: Anfang September 2017 fiel der Startschuss für das Projekt in Biskupiec, die Bauarbeiten gehen voran, nach Erhalt der Genehmigungen soll bis zum Jahresende 2019 vor Ort die Produktionsschiene anlaufen.

Auch den US-amerikanischen Markt will die Egger-Gruppe für sich mit einem eigenen Standort erschließen. Im März dieses Jahres fand dazu in Lexington (NC) ein erster Spatenstich statt. Zunächst wird ein Schulungszentrum errichtet, ein Spanplattenwerk mit Beschichtungskapazitäten ist in Vorbereitung und soll dann bis Ende 2020 umgesetzt werden. 70,5 Millionen Euro entfielen in Erhaltungsinvestitionen. In St. Johann und Unterradlberg wurden Modernisierungen in den Bereichen Veredelung und Logistik vorgenommen.

Stabile Entwicklung

Die Umsetzung der neuen Werke wird Egger auch in den kommenden Jahren  beschäftigen. Das Unternehmen hält sich dabei an seine Devise: „Strategisches Wachstum – aber nicht auf Kosten der Rentabilität“.

Der wirtschaftliche Ausblick schaut derzeit positiv aus – für alle europäischen Absatzmärkte inklusive Russland wird weiterhin ein gutes Geschäftsumfeld erwartet. Unsicherheiten bringen naturgemäß der Brexit und die Entwicklung in der Türkei mit sich.

Walter Schiegl von der Gruppenleitung unterstreicht, dass  heuer der Rohstoffmarkt zwar beständig war, dennoch die Beschaffungslage in Zukunft nicht besser werden wird.

Ein Schlaglicht warf Thomas Leissing zudem auf das Thema Transport und Logistik. Dies werde zunehmend „zum Problem, die Frachtkapazitäten werden eingeschränkt, es fehlen Fahrer.“ Gerade am Heimatstandort in Tirol beschäftige Egger die Causa noch mehr. „Die Bahn versucht, zu entlasten, ist aber weit weg davon, es zu tun“, kann sich Leissing einen Seitenhieb nicht verkneifen.

Gerade Tiroler Firmen sollten vom sektoralen Fahrverbot nicht betroffen sich, ergänzt Leissing.
Elisabeth Galehr 

Bild: Die Egger-Gruppenleitung mit Walter Schiegl, Ulrich Bühler und Thomas Leissing berichtete von einem rekordverdächtigen Geschäftsjahr 2017/2018. Foto: Galehr

 
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