30.11.2016
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1. Gartensaison startet im Frühjahr

Auf einem  brachliegenden Gemeindegrundstück wird  im nächsten Jahr ein Gemeinschaftsgarten verwirklicht. Die FPÖ hat mit dem Projekt keine Freude.

St. Johann | Die Saat ist aufgegangen könnte man sagen. Seit Februar arbeitete der Verein „Inkuga“ an der Realisierung des ersten interkulturellen Gemeinschaftsgartens im Bezirk. Nun bekundete auch der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung seine Unterstützung für das Projekt.

Die Mandatare stimmten mehrheitlich zu, das brachliegende 1.050 Quadratmeter große Grundstück neben den Schrebergärten der ÖBB  dem Verein mittels „Bittleihe-Vertrag“ kostenlos zu überlassen. „Die Nutzung ist jederzeit widerrufbar. Für die Gemeinde besteht überhaupt keine Bindung“, erklärt Amtsleiter Ernst Hofer.

Wasseranschluss zahlt die Gemeinde

Neben der Überlassung des Grundstückes hat sich die Gemeindeführung auch noch dazu ausgesprochen, für einen Wasseranschluss zu sorgen. „Wir müssen erst schauen, was die kostengünstigste Lösung wäre. Wir rechnen mit einer Investitionssumme von 800 bis 4.000 Euro“, erklärt dazu Bürgermeister Stefan Seiwald. Da es sich um eine geringe Summe handelt, wird sich der Gemeindevorstand damit befassen.

Warum stimmte die FPÖ dagegen?

Keine Freude mit dem Projekt hat die FPÖ. Sie sprach sich als einzige Partei gegen das Projekt aus bzw. enthielt sich der Stimme. „Uns gefällt die Vorgangsweise nicht. Da es sich um ein öffentliches Gut handelt, wäre zumindest ein Pachtzins angebracht“, erklärt FPÖ-GR Heribert Mariacher gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger. Die Entscheidung des Gemeinderates keinen Pachtzins zu verlangen, hat auch rechtliche Ursachen, wie Amtsleiter Hofer veranschaulicht. „Das Pacht- und Mietrecht würde uns stark einschränken. Eine Widerrufung der Nutzung wäre nicht so leicht  und unkompliziert möglich“, erklärt Hofer.

Mariacher gefällt außerdem der Standort nicht. „Hier gibt es keinerlei sanitäre Einrichtungen, der Garten würde besser auf das Areal bei der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Weitau passen“, so Mariacher. Auch die Vorgangsweise stößt dem Gemeinderat sauer auf. „Der Bauwagen steht schon lange auf dem Grundstück, das war alles bereits vorher ausgemacht“, kritisiert Mariacher.

Er habe vor Jahren bereits einen Antrag eingebracht, besagte Fläche für einen Park zu nützen – ohne Erfolg. Parteikollege Robert Wurzenrainer macht sich Sorgen darüber, welche Pflanzen dort angebaut werden. „Wir haben kein Mitspracherecht und keine Handhabe, wenn fremdartige oder verbotene Pflanzen angebaut werden“, so der Gemeinderat.  

Gemeinschaftsgarten soll Miteinander fördern

Wie der Kitzbüheler Anzeiger bereits berichtete, fanden die Pläne für den interkulturellen Gemeinschaftsgarten im Rahmen einer Veranstaltung der St. Johanner Grünen ihren Ursprung. Inkuga Vereins-Obmann Andreas Schramböck fungiert als Ersatzgemeinderat in der Grünen Fraktion. Schramböck weist aber daraufhin, dass es sich um kein parteipolitisches Projekt handelt. „Parteipolitik spielt im Verein keine Rolle. Wir sind ein überparteilicher Verein, der ein Sozialraumprojekt für Menschen ermöglicht, die gerne garteln“, betont Schramböck.

Einzel- und Großbeete für die Gärtner

Im Gemeinschaftsgarten entstehen 30 bis 40 Einzelbeete sowie ein großes Gemeinschaftsbeet. Jeder, der Freude am Gärtnern hat und in St. Johann wohnhaft ist, ist im Verein willkommen. „Da es sich aber um einen interkulturellen Garten handelt, werden wir darauf achten, dass möglichst viele Kulturen vertreten sind“, erklärt der Obmann. Um einen Mitgliedsbeitrag von 30 Euro jährlich können Gartenfreunde ein Einzelbeet bewirtschaften und um 15 Euro pro Jahr kann man beim Gemeinschaftsbeet mitgarteln.

Der Verein finanziert sich über die Mitgliedsbeiträge, Spenden und Förderungen, wie Schramböck erklärt. Falls das Wetter es zulässt, wollen die Gartenfreunde noch in diesem Jahr mit den Arbeiten für die Anlage beginnen – ansonsten wird im Frühjahr losgelegt. „Im nächsten Sommer soll der Garten wachsen und gedeihen“, freut sich Schramböck.
Johanna Monitzer

Bild: Der Gemeinschaftsgarten entsteht auf dem brachliegenden Grundstück neben den ÖBB-Schrebergärten. Foto: Schramböck

 
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